Cherfi setzt auf Leitfiguren

Fischelns Trainer möchte für die nächste Saison eine bessere Mischung aus Talenten und erfahrenen Spielern.

Lange hatten sie ja am Sonntagabend nicht zusammen gesessen. Etwa eine Stunde nach Spielende, dem 4:2-Sieg gegen den SC West, verschickte Vorsitzender Thomas Schlösser schon die frohe Botschaft: Josef Cherfi geht beim VfR Fischeln ab dem Sommer in sein achtes Jahr als Cheftrainer. Zwar stehen die Zeichen für die Oberliga-Mannschaft auf Abstieg bei sechs Punkten Rückstand und zwei mehr ausgetragenen Spielen als die Konkurrenz, doch besteht zwischen dem VfR-Chef Schlösser und seinem leitenden Angestellten Cherfi ein enges Vertrauensverhältnis. Schon während des Spiels gegen den SC West sagte Schlösser sinngemäß: es gebe ja nicht viele Vereine, die im Falle des Misserfolgs an ihrem Trainer festhielten. Das sei eben eine Besonderheit beim VfR Fischeln. Cherfi sagte: „Beide Seiten wissen, was sie aneinander haben. Diese gegenseitige Wertschätzung in der Form ist selten anzutreffen. Für mich gab es keine Frage etwas anderes zu machen.“

Der 51-jährige Trainer wird also den Wiederaufbau nach dem voraussichtlich zweiten Abstieg in seiner Amtszeit — 2013 mussten die Fischelner nach dem Aufstieg direkt wieder runter in die Landesliga — moderieren. Egal, welcher Liga das Team angehören wird, es gilt die Fehler des Vorjahres zu vermeiden. Die Lehren ziehen. Das betrifft vor allem die Kaderdichte und die Zusammenstellung. Cherfi: „Wir müssen auf die Anzahl der Führungsspieler und Typen achten. Daneben auch Talente, die ihren Weg gehen und vielleicht ein bis zwei Jahre bei uns spielen.“

In dieser Saison war dem Vorjahresvierten aus Fischeln eine Achse weggebrochen. Torwart Halil Özcelik verließ im Spätsommer den Verein, nachdem er nicht mehr erste Wahl gewesen war. Kevin Enke beendete nach seinem Kreuzbandriss seine Karriere. David Machnik fiel verletzt aus. Das gilt nun auch für den Schlüsselspieler Kevin Breuer, den eine Schulter-OP lange außer Gefecht setzen wird. Im Winter ging auch noch Burak Akarca.

Was die Personalie Breuer und seine Zukunft beim VfR angeht, so hält sich Cherfi bedeckt: „Er muss erst einmal wieder fit werden. Das ist das A und O. Er will im Spätsommer heiraten. Es wird seine dritte Schulter-OP. Wir warten ab, was die Ärzte sagen.“

An der Philosophie Ausbildungsverein wird nicht gerüttelt. Ronny Kockel soll ab dem Sommer die A-Junioren bereit für die erste Mannschaft machen. In Sebastian Görres, Christian Sadlowski, Gianni Enrico Wittenberg oder dem noch jüngeren Luca Esposito hat Cherfi schon heute, wenn auch notgedrungen, einige A-Junioren in seinen Kader integriert, die er, wie bei Esposito auch für Bundesligavereine wie den 1. FC Köln gerne ins Schaufenster stellt. „Zeitnah“ will Cherfi mit den Spielern über ihre Zukunft sprechen. „Wir werden ein Team bauen, das das Missgeschick wieder ausbügelt“, sagt er. anle

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