VfR Fischeln gegen Wuppertaler SV: Spiel des Jahres für die Krefelder

Fußball : VfR Fischeln hat sein Spiel des Jahres schon vor Ligastart

Fußball-Landesligist VfR Fischeln tritt am Freitag im Niederrheinpokal beim Regionalligisten Wuppertal an.

Das Telefon von Ralf Rusbült stand in den vergangenen Wochen nicht still. Der Funktionär des Fußball-Landesligisten VfR Fischeln hat in diesen Tagen viele Dinge zu regeln. Die neue Spielzeit steht bald an, sie beginnt mit dem Heimspiel am Sonntag, 11. August, gegen Blau-Weiß Dingden. Spielerfreigaben, die ganze Vorbereitung, Papierkram, die neue Mannschaft. Für den Tausendsassa, der beim VfR seit mehr als 20 Jahren schon in allem möglichen Rollen rund um die erste Mannschaft gewirkt hat, ein neues Feld. Es wird sein erstes Jahr als Abteilungsleiter, das mit einem Höhepunkt beginnt. Am Freitagabend kommt es im Niederrheinpokal zum Aufeinandertreffen mit dem großen Wuppertaler SV, seines Zeichens ein Regionalligist. Für viele Spieler sicher das Spiel des Jahres. Allein „100 Telefonate“ habe er mit der WSV-Seite geführt, berichtet Rusbült, um die Partie vorzubereiten, die ab 19.30 Uhr im Stadion am Zoo stattfindet. „Es war ein nettes Miteinander. Ich habe die Gespräche als kooperativ und kameradschaftlich erlebt“, sagt der VfR-Obmann.

Verzicht auf Heimrecht
wegen Sicherheitsauflagen

Die Wuppertaler kamen den Fischelnern entgegen. Ein Bus wird die Krefelder am Freitag abholen und wieder nach Hause bringen. Sein Heimrecht wollte der VfR wegen der Sicherheitsauflagen und damit verbundenen hohen Kosten nicht stemmen. Nun also in Wuppertal, ein Abendspiel vor mehreren tausend Zuschauern. Die Einnahmen werden geteilt. Ein großer Rahmen für vielleicht große Geschichten. Doch so weit reicht die Fantasie der Fischelner Verantwortlichen nicht. „Wir haben keine Chance, aber die wollen wir nutzen. Wir wollen uns so gut wie möglich verkaufen“, sagt Rusbült.

Trainer Karl-Heinz Himmelmann, der die runderneuerte Mannschaft im Sommer übernommen hat und zunächst einmal auf Abstiegskampf in der Landesliga einstellt, hat solche Pokalspiele als krasser Außenseiter im Niederrheinpokal schon mitgemacht. Im Oktober 2014 verlor er mit dem Landesligisten Teutonia St. Tönis nur mit 0:5 gegen den Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen. Erst in der Schlussphase brachen die Gäste etwas ein. Himmelmann: „Ich freue mich für die Spieler. Sie können dieses Spiel genießen.“ Der Fischelner Chefcoach möchte keine reine Verteidigungsstrategie fahren, will den Spaß am Fußball vermitteln: „Wir werden nicht mauern, sondern nach vorne Fußball spielen. Dann werden wir sehen, was dabei herauskommt.“

Himmelmann muss das Wuppertal-Spiel moderieren, sein Fokus liegt aber schon auf dem Ligastart: „Die Vorbereitung leidet ein wenig darunter. Man kann in dieser Woche nicht mehr so viel machen. Ich denke schon an Dingden in einer Woche. Da wollen wir Punkte holen.“ Ein Debakel wie beim 1:10 im Test gegen den Oberligisten TSV Meerbusch wollen die Fischelner tunlichst vermeiden. Dann würde auch das Essen nach dem Spiel in der Vereinsgaststätte „Am Rathaus“ im Herzen Fischelns schmecken. Die Tische sind schon reserviert. Und vielleicht träumt der eine oder andere auch heimlich von der großen Sause nach einer Pokal-Sensation.

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