Vereine suchen händeringend Übungsleiter

Vereine suchen händeringend Übungsleiter

Etwa 200 Kandidaten werden in Krefeld pro Jahr ausgebildet.

Die deutsche Wirtschaft klagt über einen Mangel an Fachkräften. Und auch der Krefelder Sport hat Engpässe, was die Spezialisten angeht. Jens Sattler, Geschäftsführer des Stadtsportbundes (SSB), der die Ausbildung für Übungsleiter und Trainer anbietet, sagt: „Übungsleiter werden benötigt.“ Jasmin Schmidt, die sich beim SSB mit dieser Thematik befasst, sagt: „Der Bedarf ist groß.“

Dabei sind die Bedingungen eigentlich gar nicht schlecht. Etwa 200 Übungsleiter wurden in Krefeld im letzten Jahr ausgebildet, 45 davon vom SSB, etwa 150 in Kooperation mit dem Berufskolleg Vera Beckers, an dem bei der Ausbildung zum Freizeitsportleiter mit der allgemeinen Hochschulreife auch die Übungsleiter-C-Lizenz im Breitensport erworben werden kann.

Doch das Problem liegt in der Zeit danach, in der Abwanderung. Sattler sagt: „Die Leute gehen leider nicht hier in die Vereine, sie gehen oft in andere Städte, da der Großteil aus dem Umland kommt oder die Absolventen andere berufliche und persönliche Interessen haben.“ Klar ist: Von den qualifizierten Übungsleitern C finden zu wenige den Weg in die Vereine. „Es erreichen uns immer wieder Anfragen von Vereinen für Übungsleiter“, sagt Sattler. Decken kann man den Bedarf nicht. In Krefeld gibt es 209 Vereine mit etwas mehr als 63 000 Mitgliedern. Der größte Club ist ein Schwimmverein, der SV Bayer 08 Uerdingen hat allein 10 000 Mitglieder, die Schwimmvereinigung Krefeld 1972 immerhin mehr als 4000. Jasmin Schmidt: „Große Vereine sind mit Übungsleitern meist besser bestückt. Da haben die kleinen Clubs schon mehr Nöte.“

Hoffnung besteht, dass so mancher angehende Übungsleiter vor Ort bleibt. Schmidt: „Wir versuchen, da gegenzusteuern. Wir fragen den Bedarf der Vereine ab, stellen Kontakte her.“ Wie groß die Lücke im Krefelder Sport ist, vermag niemand genau zu sagen. Auch der SSB kann nur die Anfragen der Vereine aufnehmen. Eine genaue Anzahl gibt es nicht.

Im August wird es wieder eine Ausbildung für etwa 25 Personen geben, für Interessierte, die in Sportvereinen tätig sein wollen. Viele wählen die Übungsleiter C-Lizenz Breitensport, die den Einstieg in den organisierten Sport darstellt und die Grundlage ist Sport- und Bewegungsangebote anzubieten. Danach ist eine Ausbildung auf der zweiten Lizenzstufe mit unterschiedlichen Schwerpunkten möglich. Einen neuen Trend will Jasmin Schmidt aber nicht ableiten: „Es ist so wie in den Vorjahren.“

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