Tuttla holt DM-Silber

13-jährige Fechterin aus Krefeld ist in Heidenheim erfolgreich.

Etwas ungläubig staunte sogar Cheftrainer Lajos Csire, über das, was die 13-jährige Jennifer Tuttla da in Heidenheim auf die Fechtbahn gezaubert hatte. Wie ein Paukenschlag mutet es an, dass die Nachwuchs-Degenfechterin des Fechtclubs Krefeld, die in der jüngeren Vergangenheit von drei Trainern — Michael Ackermann, Lajos Csire, Jan Niethen — betreut worden ist, durch die Einzel-Konkurrenz bei den Deutschen B-Jugendmeisterschaften bis in das Finale marschierte. Dort aber unterlag die Schülerin des Ricarda-Huch-Gymnasiums der Görlitzerin Kimberly Walther. Silber für Tuttla. Chefcoach Csire: „Wir freuen uns alle riesig über diesen schönen Erfolg, den sich Jenny und ihr Trainer Jan Niethen erarbeitet haben.“

Tuttla sagte: „So recht wusste ich nicht, wo ich vorher stand.“ Sie hatte auf Landesverbandsebene zwar schon etliche vordere Platzierungen unter den ersten Drei eingesammelt, aber das erste wirklich bedeutsame nationale Turnier forderte ihr doch gehörigen Respekt ab. Niethen sagte: „Jenny hat in der Vorrunde noch relativ locker ihr Ding gemacht. In der Zwischenrunde hat sie dann zwei Duelle verloren und drei gewonnen. Hier merkte ich ihr an, dass sie allmählich begann nachzudenken, dass es an diesem Tag weit nach vorn für sie gehen könnte.“ Die aufkommende Nervosität schüttelte die junge Krefelderin dann aber schnell ab und marschierte mit fünf Siegen in Serie durch die K.o-Gefechte.

Insgesamt gingen in Heidenheim 54 Starterinnen aus dem gesamten Bundesgebiet an den Start. Zwar war sie am Ende auch ein wenig traurig, dass es an diesem Tag in bärenstarker Verfassung nicht für den ganz großen Wurf gelangt hat, aber die Freude über den zweiten Platz überwog: „Das ist schon ein sehr schönes Gefühl, aber ich bin mir auch noch nicht ganz im Klaren darüber, wie ich das nun wieder einsortieren soll. Mein Trainer und ich wollen jetzt natürlich bei den nächsten Turnieren bestätigen, dass es keine Eintagsfliege war“, so die 13-Jährige. Nun hat sie naturgemäß jeder Vereinsbeobachter auf dem Zettel, und sie gilt es in Zukunft zu schlagen.

Von einem neuen Stern am Himmel des FCK will Lajos Csire noch nicht sprechen, aber auch er, der viele Deutsche Meister in seiner Trainerlaufbahn hervorgebracht hat, sagt: „Jenny hat Talent. Das werden wir weiter fördern. Ich stimme mich mit Jan Niethen ab, wie wir das Beste aus ihrer Begabung herausholen können. Im Moment sehe ich sie als Sternchen am FCK-Himmel.“

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