Torjäger würde nicht nach Dormagen zurückkehren

Handball : Brüren will endlich in die 2.Liga

Der Handballer ist ein Torgarant für die HSG Krefeld.

Kevin-Christopher Brüren versteht sein Handwerk und das lautet schlicht und einfach: Tore werfen. 16 Mal traf der 24-jährige Linkshänder für die HSG Krefeld im Heimspiel gegen Altjührden. So viele, wie noch nie in seiner Laufbahn, 13 Treffer waren bisher der Rekord. Die Krefelder Fans waren nach dem zweiten Heimspiel der HSG schier aus dem Häuschen. Und Brüren spielte sich dabei gleich in die Herzen der Fans, erhielt Szenenapplaus. Etwa alle zwei Minuten warf der Student für Kindheitspädagogik den Ball allein in der ersten Viertelstunde am verdutzten Gäste-Keeper vorbei ins Tor. Die Würfe zischten durch die Glockenspitzhalle, endeten meist im Torwinkel. „Ich habe natürlich schnell bemerkt, dass es außergewöhnlich gut lief. Aber bei jedem Wurf muss ich mich voll konzentrieren. 16 Tore sind kein Selbstläufer, da muss das Zusammenspiel im Rückraum sauber passen.“ Mit knapp 25 Jahren hat Brüren eine Menge Drittligaerfahrung. 162 Tore warf er in der vergangenen Spielzeit für seinen Ex-Klub Bayer Dormagen, der Dank der Torflut des in Dülken aufgewachsenen Handballers den Aufstieg in die 2. Liga feierte. Brüren: „Der Handballsport misst nun einmal in Toren. Also wird meine persönliche Leistung als Rückraumspieler häufig eben nur an den erzielten Treffern gemessen.“

In Dormagen plante man
nicht mehr mit ihm

Für Dormagen spielte Brüren drei Jahre, ging im Groll: „Man hat mir drei Tage nach dem Aufstieg mitgeteilt, der Trainer plane nicht mehr mit mir. Meinen Vertrag bis zum Sommer 2019 könnte ich erfüllen, aber spielen würde ich nicht mehr.“

Denn drei Jahre davor feierte Brüren mit Leichlingen zwar die Drittliga-Meisterschaft, stieg aber ebenfalls nicht in die 2. Liga auf, weil dort die Finanzen nicht ausreichten. Brüren sagt: „Ich bin nach Krefeld gekommen, weil ich hier alle Chancen sehe, zu dritten Mal aufzusteigen und dann endlich einmal dabei zu sein. Gut gefallen haben mir die Krefelder Fans, die trotz der Auswärtsniederlage in Spenge uns im ersten Heimspiel großartig unterstützt haben.“

Bei aller individueller Klasse in der Mannschaft sieht Brüren viel Luft nach oben. „Meine Stärke als geradliniger Konterspieler, wie Max Zimmermann auf der anderen Spielfeldseite, habe ich noch gar nicht zeigen können.“ Völlig unbekannt ist für Brüren der Northeimer HC, der am Samstag um 19 Uhr in der Glockenspitzhalle der HSG gegenübersteht. Hier vertraut Brüren auf die Vorbereitung von Trainer Ronny Rogawska samt Videostudium.

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