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„Tennis macht ungebremsten Spaß”

Tennis : „Tennis macht ungebremsten Spaß”

Ausnahmespieler Richard Pardon und Jürgen Volland im Porträt

Zusammengezählt blicken Richard Pardon und Jürgen Volland auf 92 Jahre Tennissport und die 100 schaffen sie auch noch. Die beiden sind also bekannt in den Clubs, durchaus beliebt und bei den Gegnern oft gefürchtet. Am Niederrhein und auf so manchem internationalen Turnier sorgen sie für Furore mit Schläger und Ball. Für sie ist ein Leben ohne Sport nicht denkbar. Sie wollen der gelben Filzkugel Stoff geben, „soweit die Füße tragen und so lange die Knochen halten“, wie sie schmunzelnd sagen.

Die beiden erfolgreichen Spieler des HTC Blau-Weiß, Volland (75) und Pardon (71), bezeichnen sich als Hobby- oder Freizeitsportler, aber mit dem Willen, stets das Beste zu geben und zu gewinnen. Ohne den Siegeswillen geht es auch nicht, mit der roten Asche unter dem Fuß. Es gab für sie auch schon ein Sportlerleben vor dem Tennis.

Pardon: „Ich habe Fußball gespielt, musste den Sport aber aus beruflichen Gründen aufgeben. Als Kriminalbeamter hatte ich Schichtdienst und brauchte eine Freizeitbeschäftigung, in der ich zeitlich unabhängig war, auch morgens spielen konnte. Freunde rieten mir zum Tennis.“ Schnell gewann er Kreis- und Bezirksmeisterschaften. Sie gehören aber nicht zu seinen größten Erfolgen.

„Ich stieg mit den Mannschaften in St. Tönis und dem HTC Blau-Weiß in die Regionalliga als höchste Deutsche Klasse auf. Wir nahmen an der Deutschen Endrunde um die Mannschafts-Meisterschaft teil. Außerdem ist mein Erreichen des Achtel-Finales bei der Deutschen Meisterschaft in Bad Neuenahr höher zu werten, als meine 78 Titel bei den Kreis- und Bezirksmeisterschaften im Einzel und Doppel.“

Während er beim Krefeld open – bei der die Deutsche Tenniselite aufschlägt – im vergangenen Jahr noch den Vizemeister-Titel holte, er hatte zuvor den topgesetzten Essener Wilfried Siwitza geschlagen, wurde er diesmal in der zweiten Runde hauchdünn im Champions-Tiebreak besiegt.

Während Pardon der „Schachspieler“ ist und strategisches Tennis pflegt, ist Jürgen Volland der Mann der schnellen Füße, der den Ball ins Feld zurückbringt – so gut wie immer. Kein Wunder, rührt das flinke Geläuf noch aus den Zeiten, als er bei Preußen 13 Jahre in der ersten Mannschaft Eishockey spielte. „Damals war Xaver Unsinn unser Trainer und Jupp Kompalla, die spätere Schiedsrichter-Legende, gehörte zu meinem Team“, erinnert er sich und lächelt.

Mit dem Schläger am Strand im Urlaub fing alles an

Zum Tennis ist er gekommen, als er mit seinen Eltern in Belgien Urlaub machte und der Bewegungsdrang groß wurde. „Ich habe dann am Strand mit dem Schläger gegen einen angebundenen Tennisball geschlagen und zu Hause sofort beim damaligen Lindentaler TC angefangen.“ In seinem Hauptberuf war er als Wirtschaftsingenieur Lehrer am Berufskolleg in Uerdingen und Fachleiter für die Lehrerausbildung.

Nach den ersten Erfolgen wurde Volland vom Gladbacher Hockey und Tennisclub in die Regionalliga geholt und nahm mit der Mannschaft auch an der Endrunde teil. Mit der Mannschaft von Horst-Dieter van de Loo beim HTC Blau-Weiß gelang dies auch. Die Reise ging nach Hamburg. Doppel hat er in seinem Tennisleben kaum verloren. Da hat er auch Deutsche Meisterschaften gewonnen. An das jüngste Auflaufen gemeinsam mit Pardon beim CTC mag er deshalb nicht so gerne denken. „Das ging unnötig verloren.“ Während er das Turnier im vergangenen Jahr sensationell gewonnen hat, musste er jetzt in der ersten Einzel-Runde die Niederlage akzeptieren und gewann die Nebenrunde.

Beim HTC Blau-Weiß haben beide jetzt ihre Heimat gefunden. Sie spielen dort in der Regionalliga-Mannschaft. Den Lockdown hat Volland in Spanien verbracht. Er verbrachte dreieinhalb Monate im Frühjahr in selbst auferlegter Quarantäne. Dort spielt er auch gerne Turniere. Pardon hielt sich mit Walking, Joggen und Spinning im Keller der Tochter fit.

Jetzt freuen sich die beiden Sportler wieder auf „tierisch spannende“ Begegnungen, denn das Turniertennis hat wieder begonnen – unter Auflagen, versteht sich. „Wenn man durch die Täler gegangen ist, machen Siege erst richtig Freude“, sagen sie. Für beide macht die Einzel- und Mannschafts-Sportart Tennis weiterhin „ungebremsten Spaß“.