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Tennis in Krefeld: "In jedem Spiel wird die Tagesform entscheiden"

Tennis : "In jedem Spiel wird die Tagesform entscheiden"

Interview Blau-Weiß-Teamchef Olaf Merkel spricht vor dem Start in die neue Saison in der Tennis-Bundesliga über seine Ziele und die starke Konkurrenzsituation.

Am Sonntag, 7. Juli, geht es wieder los. Mit dem Heimspiel gegen den Gladbacher HTC startet Blau-Weiß Timberland Finance Krefeld in die Tennis-Bundesliga. Teamchef Olaf Merkel hat den Kader noch einmal verstärkt, u.a. mit Größen wie Leonardo Mayer, Simone Bolleli oder Christian Garin. Bereits im Vorjahr sah es lange so aus, als könnten die Krefelder um den Mannschaftstitel mitspielen. Was ist in dieser Saison drin mit fünf Heimspielen? Die WZ sprach mit dem 66-Jährigen über die Liga, die Mannschaft und die neuen Möglichkeiten durch den neuen Namenssponsor.

Herr Merkel, steigt schon ein bisschen die Nervosität vor dem Auftakt?

Olaf Merkel: „Eine gewisse Vorfreude ist schon da. Es gibt aber auch einen Druck, ob alles klappt. Das gibt es ja jedes Jahr. Ich stehe seit zwei Monaten andauernd im Kontakt mit den Spielern.“

Wie schätzen Sie die Liga ein?

Merkel: „Sie ist noch etwas stärker als im letzten Jahr. Das Prädikat ‚Stärkste Liga der Welt‘ ist mehr als berechtigt. Wir haben etwa 40 Top-100-Spieler dabei. Es wird hochspannend. Jeden Spieltag stehe die Chancen bei 50:50. An jedem Spieltag wird die Tagesform entscheiden.“

Wer sind für Sie die Favoriten?

Merkel: „Gladbach, Rochusclub, Mannheim, aber auch Kurhaus Aachen sind gut. Auch Großhesselohe München hat eine gute Mannschaft.“

Auf einer Tagung der Teammanager wurde Krefeld mit all seinen Verstärkungen auch als Meister-Kandidat genannt. Wie gehen Sie damit um?

Merkel: „Um vorne mitzuspielen, muss auch schon eine Menge klappen. Man muss an jedem Spieltag auch das nötige Glück haben. Ich hoffe, dass das nötige Glück oft auf unserer Seite ist. Unser Kader hat in der Spitze und Tiefe an Qualität gewonnen. Ich gehe sehr positiv in die neue Spielzeit.“

Ist die Meisterschaft das Ziel?

Merkel: „Als Ziel geben wir das nicht aus. Wir wollen einfach so erfolgreich wie möglich sein, unsere fünf Heimspiele so gestalten wie ein kleines Event. Die Leute sollen sagen: ‚Blau-Weiß spielt, da gehen wir hin.“

Das Team ist erneut sehr südeuropäisch geprägt mit vielen Italienern. Was erhoffen Sie sich davon?

Merkel: „Es hat im Vorjahr schon toll gepasst. Das ganze Team spricht spanisch miteinander. Damit ist ein Teamgeist entstanden, der schon seit fünf Jahren sehr positiv ist. Wie sich auch zeigt, sind die Charaktere der Italiener, Spanier und Argentinier passend zum Mannschaftstennis. Sie sind immer mit Leidenschaft dabei.“

Sie gehen durch den Namenssponsor mit einem erhöhten Etat in die Saison. Was bedeutet das?

Merkel: „Es ist in etwa so, dass 25 Prozent des Gesamtetats noch einmal oben drauf kommen. Dafür sind aber auch andere Sponsoren abgesprungen, so dass wir wie jedes Jahr sehr vernünftig haushalten müssen, um die Saison wirklich mit einer schwarzen Null zu beenden. Die Namensgebung durch Timberland Finance finde ich passend für die Moderne. In anderen Sportarten ist das ja schon gang und gebe. Dass der Sponsor sich für drei Jahre engagiert, passt zum Heranwachsen der Liga.“

Was sind Ihre Erwartungen an ihre Mannschaft?

Merkel: „Ich hoffe natürlich, dass alle bis zum Start verletzungsfrei bleiben und ihre Einsätze im Team sich nicht allzu oft mit ihren Turnierverpflichtungen überschneiden. Ich bin mir sicher, dass alle ihre Leistung abrufen werden und sehr gerne für Krefeld spielen.“

Wie sehr gefällt ihnen ihre Aufgabe als Teammanager?

Merkel: „Es macht mir Spaß, sonst würde ich diesen aufwendigen Job nicht schon seit vielen Jahren ehrenamtlich ausüben. Ich möchte im Tennis in der Region etwas bewegen. Nicht nur den Bundesliga-Standort Krefeld festigen, sondern auch im Jugend- und Nachwuchsbereich, für den ich mich im Training seit vielen Jahren mit viel Engagement einsetze, neue Impulse setzen. Mehr Informationen dazu wird es nach der Bundesliga-Saison geben.“