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Tennis-Bundesliga: Blau-Weiß Krefeld freut sich wieder auf Fans

Stadtwald : Tennis-Bundesliga: Blau-Weiß Krefeld freut sich wieder auf Fans

Es sieht gut aus für die Tennis-Freunde von Blau-Weiß Krefeld. Das Infektionsgeschehen ist deutschlandweit rückläufig. Das macht auch am Stadtwald Hoffnung, dass ein Jahr ohne Bundesliga die Ausnahme bleiben wird.

Beim Krefelder Club ist man davon überzeugt, dass trotz noch weniger Zweifler unter den zehn Mannschaften ab Sonntag, 4. Juli, die gelben Filzkugeln an allen Standorten wieder über die Netze fliegen, der Deutsche Tennis Bund bald die Zusagen aller Teilnehmer einfordert, um dann ganz offiziell grünes Licht zu geben für die Austragung der Meisterschaft in der Größenordnung wie man sie kennt.

Seit 50 Jahren in der
höchsten Klasse

Wegen der Pandemie war im vergangenen Sommer erstmals seit der Gründung 1972 kein Meister ermittelt worden. Blau-Weiß-Vorsitzender Olaf Stiller ist nach den Unterredungen erfreut, dass es im Juli und August wieder Spitzentennis um die Mannschaftsmeisterschaft geben wird: „Man konnte in den Gesprächen merken, dass man kein Risiko eingehen wollte, dass es vielleicht zwei Jahre keine Bundesliga geben würde.“ Selbst Spieler seien auf die Clubs zugekommen, hätten ihren Willen anzutreten kundgetan. „Wir haben das Glück, dass wir ein kontaktfreier Sport sind. Wir können auf Abstände achten. Nach einem Jahr Corona müssen wir auch versuchen ein Stück weit Normalität wieder walten zu lassen“, sagt Stiller: „Wir wollen dazu beitragen, dass die Freude am Leben wieder zurückkehrt.“

Eine gute Nachricht für die Krefelder Zuschauer gibt es ebenfalls: Nach aktuellem Stand darf zum ersten Heimspiel der Krefelder ein Drittel der eigentlichen Zuschauerkapazität auf die Anlage an der Hüttenallee kommen. Das wären zwischen 300 und 500 Besucher. Schnelltests sollen vor dem Tor angeboten werden. Zudem setzt Blau-Weiß aber auf die fortschreitenden Impfungen. Der Club wird feste Sitzplätze anbieten. Das Bundesliga-Gründungsmitglied Blau-Weiß Krefeld, das sich 1971 für die neu eingeführte höchste deutsche Spielklasse qualifiziert hatte, also vor genau 50 Jahren, möchte das Jubiläum in dieser Saison hoch hängen, wie Bundesliga-Teamchef Hajo Ploenes betont.

Allerdings stört man sich am Programm: Drei Auswärtsspiele stehen zu Beginn an. „Das ist eine blöde Planung, aber wir haben alles versucht, es noch zu ändern“, sagt Ploenes. Blau-Weiß-Größen wie er und Stiller haben bei der Zusammenstellung der Mannschaft in diesem Jahr auf die meisten Akteure zurückgegriffen, die auch im Vorjahr den Schläger für den Stadtwald-Club in die Hand genommen hätten. Neuerdings vertrauen die Macher auf das Netzwerk von Spielerberater Thorsten Liebich, ehemals Teamchef von Blau-Weiß Halle, dem fünfmaligen Meister. Mit dabei sind weiterhin Haudegen wie der Römer Paolo Lorenzi, ein Publikumsliebling ersten Grades im Stadtwald, mittlerweile 39 Jahre alt. An Position eins steht sein Landsmann Stefano Travaglia, aktuell auf Rang 78 der Weltrangliste geführt. Marco Cecchinato (83) folgt direkt dahinter als Nummer zwei. Der Brasilianer Thiago Monteiro (80) ist ebenfalls momentan stark gelistet, wie auch Gianluca Mager (87).

Zwölf der insgesamt 18 Spieler des Bundesligakaders sind italienischer Herkunft. Mit den Männern von der Apennin-Halbinsel haben die Krefelder in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht. Kämpferische Darbietungen, hohe Einsatzbereitschaft trotz Reisestrapazen. „Bella figura“ im besten Sinne des Wortes. Ploenes verweist gerne auf die Platzierungen vieler Italiener unter den ersten 100 der Weltrangliste. Und Stiller ergänzt: „Sie kennen sich untereinander. Paolo ist sehr beliebt. Er gab uns Empfehlungen.“ Das ganz große Geld ist nicht mehr da. Hauptsponsor Timberland Finance hat sich zurückgezogen.

Eine Kombination aus Altgedienten und Aufsteigern soll es richten im Sommer. „Wir haben einen Großteil der Mannschaft und damit auch ihr Gesicht behalten“, sagt Ploenes. Mit den Spielern stehe er im Kontakt, eine Wunschmannschaft habe er im Kopf. Nun müsse man aber bis zum Start noch ein bis zwei Turniere abwarten, um sagen zu können, wer am Sonntag, 4. Juli, zur Verfügung steht, wenn Blau-Weiß zum Auftakt nach Großhesselohe reist, wo die Krefelder auf ihren alten Mitstreiter Jürgen Melzer treffen. Der Österreicher hatte ein lukratives Angebot der Pullacher nahe München angenommen und schlägt dort künftig im Doppel auf.