Tennis-Bundesliga: Blau-Weiß holt ein Remis beim Aufsteiger

Tennis : Blau-Weiß holt ein Remis beim Aufsteiger

Der Tennis-Bundesligist, der auf seine stärksten Spieler verzichten muss, kann mit dem 3:3-Unentschieden gegen den in Topbesetzung angetretenen TuS Sennelager zufrieden sein.

Sichere Siege – so etwas gibt es in der Tennis-Bundesliga nicht. Auch nicht, wenn ein vermeintlicher Favorit beim Aufsteiger und Tabellenschlusslicht TuS Sennelager gastiert. Die Paderborner hatten sich etwas vorgenommen. Sie wussten davon, dass die stärksten Krefelder derzeit auf Turnieren unterwegs sind und boten selbst ihre Topbesetzung auf. Das 3:3 gegen Blau-Weiß Timberland Finance Krefeld war ein Achtungserfolg. Aber auch die Gäste um Teamchef Olaf Merkel waren anschließend nicht sonderlich verärgert über die Punkteteilung. Zu ausgeglichen verlief der Nachmittag. Es herrschte förmlich Gleichgewicht.

Die Krefelder bleiben
Vierter in der Tabelle

„Es ist das, was ich immer sage: Jeder Spieltag ist offen. Es war ein gerechtes 3:3“, sagte Merkel. Das enge Niveau der Bundesliga, das hatte der Blau-Weiß-Kapitän immer wieder propagiert, verbiete es, im Vorfeld über Gewinner und Verlierer zu spekulieren. Es war wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Die Krefelder bleiben Vierter in der Tabelle, punktgleich mit Kurhaus Aachen und dem Gladbacher HTC, der wie auch Spitzenreiter Mannheim Federn ließ. Beide spielten 3:3, ebenfalls ohne ihre Topleute. Die parkähnliche Anlage von Blau-Rot Paderborn, wo der Vorort-Club aus Sennelager seine Heimspiele austrägt, war gut besucht. Die Stimmung fair, ein angenehmer Tennis-Tag.

Und die Gastgeber hatten auch eine Menge Grund zur Freude. Sie sahen gleich zwei Einzel-Siege. Der Slowake Jozef Kovalik besiegte den Italiener Simone Bolelli, der eigentlich nur noch im Doppel unterwegs ist. Dem kraftvollen Tennis des Paderborners war der Mann aus Bologna an diesem Nachmittag nicht gewachsen. Er verlor mit 2:6 und 5:7. Dabei hatte der Krefelder im zweiten Satz sogar einen Satzball. Er gab noch einmal alles. Dann war es aber vorbei.

Besser machte es sein Teamkollege Rogerio Dutra Silva. Bei seinem ersten Einsatz für Krefeld verbuchte der Brasilianer den ersten Sieg im Einzel. Er setzte gegen den Rumänen Dragos Dima beim 6:2, 6:3 ein starkes Zeichen. Das Match hatte zwei Stunden gedauert. Der Merkel-Schützling behielt die Ruhe, bewies sich als Kämpfer mit Temperament.

Collarini fehlt das letzte Feuer
bei langen Ballwechseln

Die erste Niederlage in seiner Bilanz bei Blau-Weiß erlitt der Argentinier Andrea Collarini. Nach zuvor sechs Siegen fand er diesmal im Russen Ivan Gakhov seinen Meister: 4:6 und 2:6 hieß es. „Er hatte nicht seinen Tag. Er sagte mir, es fühlte sich für ihn so an als komme er immer einen halben Schritt zu spät“, sagte Merkel über Collarini. Diesmal fehlte dem Südamerikaner offenbar das letzte Feuer bei langen Ballwechseln.

„Wenn man nur 95 Prozent geben kann, reicht es in der Liga nicht“, konstatierte Teamchef Merkel. Durch den spannenden Sieg nach Champions Tiebreak durch Ricardo Ojeda Lara gegen den Polen Jan Zielinski ging die Begegnung mit 2:2 in die Doppel. Da trumpfte Bolelli in seiner Spezialdisziplin auf, gewann an der Seite von Dutra Silva mit 6:3, 3:6 und 10:5 gegen das Pärchen Gakhov/Zielinski.

Chancenlos dagegen war das Krefelder Duo Collarini/Ojeda Lara im Duell gegen Kovalik/Pel.

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