Tennis-Bundesliga: Blau-Weiß erwischt Sahnetag gegen Aachen

Tennis : Blau-Weiß erwischt Sahnetag gegen Aachen

Der Tennis-Bundesligist feiert im zweiten Heimspiel an der Hüttenallee den ersten Sieg.

Hajo Ploenes ist einer der ersten Gratulanten bei Teamchef Olaf Merkel, als der Heimsieg von Blau-Weiß Timberland Finance Krefeld um 17.19 Uhr am Freitagnachmittag bereits perfekt ist. Alle vier Einzel gingen an die Gastgeber. 5:1 heißt es am Ende gegen Kurhaus Aachen, den großen Titelanwärter. Das ist eine Ansage mit Ausrufezeichen. „Unfassbar. Das hätte ich nicht gedacht“, frohlockt der langjährige Vorsitzende des Clubs, der im Februar das Amt an Andreas Haak abgegeben hatte, aber immer noch rund um das Bundesliga-Team mitmischt. Auch Merkel strahlt, nimmt Cristian Garin, Krefelds Nummer eins, in den Arm, der noch Applaus des Publikums erhält. Der Chilene hatte Jan Lennard Struff in einem spannenden und hochklassigen Match mit 7:5, 4:6 und 10:8 besiegt. Dabei zeigte er ein großes Kämpferherz und eine gute Mentalität wie alle seine Mannschaftskollegen, die sich auch durch Rückstände nicht vom Kurs abbringen ließen. Eine Qualität, die im Meisterrennen viel Gewicht hat und gegen den Kurhaus Aachen beeindruckte. „Wenn es eng zugeht, ist er sehr stark“, sagte Merkel über Garin.

Andrea Collarini hatte seine Siegesserie für Blau-Weiß fortgesetzt. Der 6:2,6:2-Erfolg über Cedric-Marcel Stebe war sein fünfter Erfolg im fünften Match für die Krefelder.

Marco Cecchinato hatte mit Pablo Cuevas seine liebe Mühe. Der Italiener wirkte unzufrieden mit sich, haderte, fluchte, ballte die Fäuste, fletschte die Zähne. Erst verlor der den ersten Satz mit 4:6, wehrte aber im zweiten Durchgang das Break zum 4:5 ab, kämpfte sich gegen den ruhig agierenden Cuevas zurück und holte den Satz mit 6:4. Szenenapplaus gab es nach einem gewonnenen langen Ballwechsel im Tiebreak, womit er dem Aachener den Zahn zog. Cuevas machte danach keinen Punkt mehr. 10:6 für den Krefelder.

Stefano Travaglia lieferte sich bei seinem Debüt für Blau-Weiß gleich mal einen Krimi gegen den Belgier Steve Darcis. Im Champions Tiebreak gewann er mit 12:10, begleitet von Jubelschreien der Zuschauer, die jeden Ballwechsel mit „Oh“ und „Ah“ verfolgten. „Das war ein super Match. Darcis ist schon eine Nummer. Stefano hat einen super Aufschlag, spielt offensiv und hat im Tiebreak einige gute Passierbälle geschlagen“, lobte Teamchef Merkel den Einstand des 27-Jährigen.

Am Sonntag gastieren die Krefelder bei Rot-Weiß Köln und wollen den starken Eindruck bestätigen. Garin wird wieder dabei sein. Cecchinato jedoch nicht.

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