Straßenbahnderby: Jetzt zählt's für die Pinguine

Eishockey : Reid schwört sein Team aufs Derby ein

Der Trainer wurde nach dem Schwenningen-Spiel laut und fordert Wille und Leidenschaft für das Spiel am Freitag.

Ein Straßenbahnderby mit über 7000 Zuschauern im König-Palast: Kein anderes Spiel kommt den Krefeld Pinguinen jetzt so gelegen wie die Partie am Freitag gegen die Düsseldorfer EG. Die Niederlagen gegen Schwenningen und Ingolstadt haben gesessen. Auf die Frage, mit welchen Worten Trainer Brandon Reid seinem Team nach der Pleite am Dienstag begegnet sei, grinste der 37-Jährige nur süffisant. „Was ich nach dem ersten Drittel in der Kabine gesagt habe, will ich nicht noch mal wiederholen“, sagt Reid.

Wichtig sei es laut dem Trainer, nicht auf die Mannschaft draufzuhauen, sondern ihnen Lösungen aufzuzeigen. „66 Torschüsse gegen Schwenningen, das ist ja verrückt, dass wir das nicht gewinnen“, so Reid, der aber auch klar die Schwachstellen in seinem Team benannte: „Am Dienstag haben wieder einige Spieler im ersten Drittel ihre Aufgabe nicht erfüllt.“ Namen wollte der Trainer gewiss nicht nennen.

Fünf harte Spiele bis zum Jahresende für die Pinguine

Für das Derby gegen Düsseldorf sei ohnehin die gesamte Mannschaft gefordert. „Das wird eine schwere Aufgabe, aber das werden bis zum Jahresende generell harte Aufgaben.“ Fünf Partien haben die Pinguine bis zum Jahreswechsel noch zu bestreiten. Nach dem Derby gegen die DEG sind sie noch in Köln (23. Dezember, 14 Uhr), gegen Augsburg (26. Dezember, 16.30 Uhr) und Mannheim (28. Dezember, 19.30 Uhr) und in Iserlohn (30. Dezember, 19 Uhr) gefordert.

In jedem der Spiele müsste jeder einzelne Spieler seiner Mannschaft bereit sein, sich den Sieg zu verdienen. „Wenn die Einstellung stimmt, können auch Fehler passieren.“ Sein Team sei keine „Letzter-Platz-Mannschaft“. Der Druck käme nicht beim Blick auf die Tabelle, ist sich Brandon Reid sicher, sondern weil sich die Spieler zu sehr selbst unter Druck setzen würden.

Brandon Reid: „Die Fans
sind frustrierter als wir“

Ob das Derby zur jetzigen Zeit genau richtig kommt, um auch die Fans für die zuletzt schwachen Auftritte zu versöhnen, ist laut Reid nicht entscheidend. „Ich denke, dass viele unserer Fans und der Leute im Umfeld des Vereins frustrierter sind als wir es zum Teil sind. Wir wissen um unsere Fehler, und es ist unsere Aufgabe, diese Fehler abzustellen.“

Die Derbybilanz sei dennoch bislang in dieser Saison sehr gut, und man wolle daran am Freitag gegen Düsseldorf anknüpfen, denn das Wichtigste, so sagt es Reid, seien Erfolge.

Der Trainer habe aktuell das Gefühl, dass seine Spieler bei Auswärtsspielen etwas konzentrierter zu Werke gehen würden als bei Heimpartien. „Vielleicht denken sie, dass es zuhause leichter geht.“ Diese Muster müssen schnellstmöglich abgestellt werden, so Reid.

Für die Partie am Freitag stehen noch Fragezeichen hinter der Aufstellung des Trainergespanns. Chad Costello fehlte am Donnerstag auf dem Eis. Der Stürmer ist erkrankt und droht für das Derby auszufallen. Im Tor wird es erneut einen Wechsel geben. So gab Co- und Torwarttrainer Pierre Beaulieu an, dass gegen Düsseldorf Ilya Proskuryakov von Beginn an zwischen den Pfosten stehen wird.

Pinguine-Trainer nimmt
Dimitri Pätzold in Schutz

Reid will den Torwartwechsel aber nicht als Kritik an Dimitri Pätzold verstanden wissen. „Ja, Dimitri sah vor dem 0:2 gegen Schwenningen nicht gut aus, aber das war sicherlich nicht sein alleiniger Fehler“, sagte Reid.

Mit Leidenschaft, Konzentration und auch mehr Rotation will der Trainer am Freitag gegen Düsseldorf erfolgreich sein. „Die Mannschaft hat am Donnerstag sehr gut trainiert, ich bin zuversichtlich für das DEG-Spiel.“

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