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Stadtsportbund sorgt sich um Mitgliederschwund

Stadtsportbund sorgt sich um Mitgliederschwund

Die Zahlen der Aktiven in den Vereinen sinkt kontinuierlich. SSB-Vorsitzender Dieter Hofmann ruft zur Vorsicht auf.

Krefeld. Der Vorsitzende des Stadtsportbundes (SSB), Dieter Hofmann, hat bei der Jahreshauptversammlung die Vereine zu mehr Engagement bei der Mitgliederwerbung aufgerufen. Hofmann nannte bedenklich stimmende Zahlen bei der Entwicklung der Mitgliederzahlen in den Vereinen in Krefeld.

„Zu Jahresbeginn waren in 230 Vereinen insgesamt rund 68 000 Mitglieder registriert. Damit gehören fast 30 Prozent der Krefelder Bevölkerung Sportvereinen an. Diese Zahlen hören sich ganz gut an, insgesamt ist aber ein deutlicher Rückgang festzustellen. Vor einigen Jahren waren es noch fast 74 000 Mitglieder. Das sollte uns zum Nachdenken und Handeln veranlassen“, sagte der SSB-Vorsitzende.

Die negative Entwicklung ausschließlich auf die demografische Entwicklung zurückzuführen, sei falsch. „Die Entwicklung der Arbeitswelt begrenzt häufig den Raum für Freizeitaktivitäten. Hinzu kommt die zunehmende Veränderung der Schulen zum Ganztagsbetrieb, der ebenfalls den Bewegungsspielraum für sportliche Aktivitäten außerhalb der Schule einschränkt“, stellte Hofmann fest, der betonte, dass die Entwicklung nicht Krefeld-spezifisch sei.

Dennoch böten sich für die Vereine Chancen, in gemeinsamen Projekten mit den Schulen Kinder an den Sport heranzuführen und für Aktivitäten im Verein zu gewinnen. „Viele Krefelder Vereine haben sich bereits in entsprechende Projekte mit Krefelder Schulen eingebracht“, sagte der SSB-Vorsitzende.

Erfreut ist Hofmann darüber, dass die Zuschüsse an die Vereine durch die Stadt und das Land NRW in den vergangenen Jahren gleich geblieben sind. 2012 flossen rund 307 000 Euro in die Kassen der Klubs (ein plus von drei Prozent). Hinzu kommt die Sportförderpauschale in Höhe von rund 640 000 Euro, die ausschließlich in die Sanierung oder den Neubau von Sportstätten fließt.

„Während in anderen Städten und Kreisen diese Mittel oft anders verteilt wurden, wird in Krefeld auch im laufenden Jahr voraussichtlich die Sportstättenpauschale wieder für die Sportstättenunterhaltung zur Verfügung stehen“, sagte Hofmann.

Trotzdem sei die Liste der sanierungs- bzw. modernisierungs-bedürftigen Sportanlagen immer noch sehr lang. Die Einrichtung des zentralen Gebäudemanagements und die nicht immer klaren Zuständigkeiten würden die Situation nicht erleichtern. „Der SSB hat angesichts der guten konstruktiven und unkomplizierten Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Sport und Bäder dem Stadtrat empfohlen, die Krefelder Sportanlagen auch weiterhin von der Fachverwaltung betreuen zu lassen“, sagte der Vorsitzende.

Zu einem großen Problem für die Sportvereine könnte sich die vorgesehene Erhebung von „ortsüblichen Mieten“ für städtische Liegenschaften entwickeln. „Das ist ein kritischer Punkt, weil die Anhebung für manche Vereine zu großen Problemen führen. würde“, sagte Hofmann. Deshalb hat sich der SSB in einer Stellungnahme gegen die Anhebung ausgesprochen.