Spielsport dreht mit dem Tag der Legenden die Zeit zurück

Spielsport dreht mit dem Tag der Legenden die Zeit zurück

Der Verein hat einige Talente hervorgebracht. Am Samstag wird im 110. Jahr des Bestehens gefeiert und gespielt.

Die Haudegen von einst sollen noch einmal ran. Spielsport Krefeld lädt am Samstag ab 15 Uhr zum Tag der Legenden auf die Anlage an der Horkesgath. Im Jahr des 110-jährigen Bestehens will der Club noch einmal an seine besten Zeiten erinnern. Und Spieler von damals schnüren noch einmal die Schuhe. Damals, das waren die 1960er und 1980er Jahre, als der Verein in der Landesliga spielte. In den Sechzigern sogar als Krefelds ranghöchste Fußballmannschaft, als Bayer Uerdingen noch unterklassig kickte. Spieler der A-Jugend von 1967 wie Gerd Strasser haben sich angekündigt, aber auch Fußballer der Achtziger, die damals noch Junioren waren. Sogar die Engländer Philip Parkhill und Liam Robertson fliegen ein, früher Sprösslinge aus der naheliegenden Kaserne der Briten. Erst spielt am Samstag die D1 um den Aufstieg, danach gehen die Legenden auf den Platz. Ein DJ legt Musik auf, es wird getrunken, geschunkelt und getanzt.

Foto: DJ/Quack

Vorsitzender Egon Düster erinnert sich noch an die großen Zeiten in den 1960er Jahren. Spielsport trug seine Heimspiele auf dem Platz am Neuer Weg aus. Während des Höhenflugs pilgerten bis zu 1500 Zuschauer zu den Partien. 1967 aber ging es abwärts in die Bezirksliga. Torwart Dietmar Linders verließ die Krefelder Richtung Preußen Münster, später landete er beim MSV Duisburg. Bis Mitte der Siebziger Jahre dauerte die Talfahrt an. Urgestein Rainer Knötschke wurde später Trainer der ersten Mannschaft, blieb 25 Jahre Chefcoach — ein erstaunlicher Wert — führte das Team in den 1980er Jahren zurück in die Landesliga, entwickelte Talente wie Oliver Grein, der sich später Bayer Uerdingen anschloss, oder Peter Grüter, den es dann zu Union Solingen zog.

Ein Auf und Ab zwischen Landesliga und Bezirksliga folgte, dann ging es wieder abwärts in die Kreisliga A, unter Michael Hackfurt gelang 2008 die Rückkehr in die Bezirksliga. Seit 2014 sucht Spielsport den Weg aus der Kreisliga B. Tradition wird im Verein groß geschrieben. Experimente an der Spitze blieben rar. Egon Düster führt den Verein seit 2007, seit 38 Jahren ist er im Gesamtvorstand auf unterschiedlichen Posten. „Wir haben in den vergangenen 20 Jahren nur zwei bis drei Vorstandsposten ausgetauscht“, sagt Düster.

Insolvenzen hatte der im August 1908 gegründete Club bisher nicht zu überstehen. Oberbürgermeister Frank Meyer ist Mitglied im Verein, sein Vater Richard war hier früher ebenfalls aktiv. Spielsport hat sich in den vergangenen Jahren mit Jugendturnieren hervorgetan. 29 Jahre lang veranstaltete SuS Krefeld mit seinen etwa 400 Mitgliedern die F-Jugend-Stadtmeisterschaft. Die Jugendsportwochen dauern noch bis Sonntag an. Im eigenen Nachwuchs aber hapert es. Es fehlen Mannschaften der A- und B-Jugend. Zu wenige Aktive gab es. An Spieltagen hatte man Schwierigkeiten genügend Spieler zu finden. So schildert es Jugendleiter Frank Dahlschen. Das höchste Team ist derzeit die C1.

Auch bei den Frauen gibt es Spielerinnen, die den Sprung nach ganz oben geschafft haben. Nicole Anyomi spielt heute für Bundesligist SGS Essen, Alida Dzaltur bei den B-Juniorinnen in Essen. Für das nächste Jahr setzt Spielsport auf den Bau eines Kunstrasenplatzes. Die Anlage Horkesgath, auf der auch immer viele Schüler trainieren, soll ein Sportpark werden. Seit 2012 besitzt der Verein auch eine Boule-Abteilung mit eigenen Feldern.

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