Ringer-WM: Aus im Viertelfinale für Rotter-Focken

Ringen : Rotter-Focken geht die Kraft aus

Ringerin verliert WM-Viertelfinale gegen Olympiasiegerin Wiebe.

Es hat noch nicht sein sollen. Freistil-Ringerin Aline Rotter-Focken ist bei ihrer ersten Weltmeisterschaft in der neuen Gewichtsklasse bis 76 Kilogramm im Viertelfinale gescheitert. Die Krefelderin unterlag in Budapest der Kanadierin und Olympiasiegerin Erica Wiebe mit 4:6.  Und das, obwohl die 27-Jährige aus Hüls lange mit 4:1 geführt hatte, bis eine Minuten vor Schluss. Dann aber wurden die Kräfte schwach. Ihr Vater und Trainer Georg Focken sagt: „Aline war dominant. Sie hätte sie besiegen können. Technisch war sie besser. Es war eigentlich ein super Kampf.“ Doch es fehlte noch das Stehvermögen gegen die schwerere Konkurrentin. „Aline musste viel gegenhalten. Das konnte sie leider nicht bis zum Ende durchhalten“, sagt Vater Focken. Die Krefelderin wurde ausgekontert. „Wenn der Kopf abschaltet, macht man einen Blindflug“, sagt der ehemalige Ringer. 

Auch mit der Hoffnungsrunde wurde es nichts

Da Wiebe später gegen die dreifache Weltmeisterin und Amerikanerin Adeline Gray im Halbfinale überraschend verlor, wurde es nichts mit der Hoffnungsrunde für Rotter-Focken und eine noch mögliche Bronzemedaille, für die der Kampf dennoch ein Achtungserfolg in der neuen Klasse ist. Mit einer besseren Auslosung, so sieht es Vater Focken, wäre auch eine bessere Platzierung drin gewesen. „Alle Starken waren auf ihrer Seite des Turnierbaums.“ Dass die flinke Aline Rotter-Focken körperlich in Zukunft zulegen müsste, glaubt er indes nicht: „Jetzt geht es nur noch ums Kämpfen. Wenn sie noch an Gewicht zulegt, wird sie auch nicht mehr so schnell sein.“

Mit Freunden will die gesamte Familie nun noch ein paar Tage Budapest erkunden. Erst am Freitag geht es zurück nach Deutschland. Auch Alines Mann Jan Rotter hat sie nach Ungarn begleitet. Der Blick richtet sich jetzt nach vorne. Die Weltmeisterschaft 2019 wird gleichzeitig auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio sein. Das Fernziel Rotter-Fockens. Eine olympische Medaille ist ein Traum der Krefelderin, die in Triberg im Schwarzwald lebt, wo sie neben dem Sport auch hauptberuflich tätig ist.

Auch Aline Rotter-Focken konnte damit bis Mittwoch die Bilanz der deutschen Ringer nicht aufhübschen. Neben ihr scheiterten auch die anderen beiden Starterinnen des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) in Budapest frühzeitig: Anna Schell aus Aschaffenburg unterlag in der Kategorie bis 68 Kilogramm in ihrem ersten Kampf der Nigerianerin Blessing Oborududu. Maria Selmaier aus Jena verlor ihren ersten Kampf in der Klasse bis 72 Kilogramm gegen Naruha Matsuyuki aus Japan.

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