Ringer-WM: Aline Rotter-Focken holt Olympia-Ticket und kämpft um Bronze

Ringen : Aline Rotter-Focken freut sich auf Tokio

Bei der Ringer-WM in Kasachstan kämpft die Krefelderin am Donnerstag um Bronze.

Das Hauptziel Olympia-Qualifikation erreicht, die Krönung allerdings verpasst. Die Krefelder Ringerin Aline Rotter-Focken ist im Halbfinale der Weltmeisterschaft in der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan in der Gewichtsklasse bis 76 Kilogramm ausgeschieden. Sie unterlag der vierfachen Weltmeisterin und Titelverteidigerin Adelina Gray aus den Vereinigten Staaten von Amerika knapp mit 2:5. Ein Duell, auf den das Lager der 28-Jährigen seit einem Jahr hingearbeitet hatte, wie ihr Vater und frühere Trainer Georg, der ihre Kämpfe vor Ort verfolgte, unserer Redaktion am Rande der Veranstaltung sagte. „Es war ein sehr guter Kampf, sehr ausgeglichen, leider mit etwas Glück für die Amerikanerin“, sagte Georg Focken.

28-Jährige ist in der höchsten Liga des Frauenringens angekommen

Traurig zu sein nach dem Aus brauche seine Tochter nicht zu sein, meinte er. Schließlich habe sie im starken Feld von 31 Teilnehmern das Ticket für Tokio im kommenden Jahr gelöst. Der Traum von Olympia-Gold geht also weiter.

Aline Rotter-Focken hatte sich erst im vergangenen Jahr in die höhere Gewichtsklasse hochgearbeitet. Die Teilnahme am Halbfinale verdeutlicht, dass sie in der höchsten Liga des Frauenringens angekommen ist und zumindest zur erweiterten Weltklasse gehört.  Für sie ist das Turnier in der Ringer-Nation Kasachstan noch nicht vorbei. Am Donnerstag kann sie die Bronze-Medaille erobern. Es wäre ihr viertes Edelmetall bei einer WM nach Gold in Taschkent 2014, Silber in Paris 2017 und Bronze 2015 in Las Vegas.

Den Kampf um Gold bestreiten die zweifache Bronze-Gewinnerin Hiroe Minagawa-Suzuki aus Japan und die Amerikanerin Gray, die dann ihren fünften Titel anstrebt. Rotter-Focken war mit einem Sieg in der Qualifikation gegen die Inderin Kiran Kiran in den Tag gestartet. Im Achtelfinale besiegte sie Sabira Aliyeva aus Aserbaidschan mit 10:0. Im Viertelfinale wartete die Ukrainerin Alla Belinska, aber wieder blieb die Krefelderin mit 5:1 obenauf. Die Frau aus Hüls war als Nummer drei vor dem Turnier gesetzt gewesen und bestätigte ihre gute Form.

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