Pinguine: Die Lehren aus der Derby-Pleite gegen Köln

Eishockey : Die Lehren aus der Derby-Pleite

Die Pinguine waren gegen Köln das bessere Team – sie machten aber einen Fehler zu viel.

Am Ende war es ein Fehler zu viel in der Mängelliste. Das ist die bittere Erkenntnis für die Krefeld Pinguine aus dem Derby. Dennoch: Die 4:5-Niederlage gegen die Kölner Haie war ein Schritt in die richtige Richtung.

Offensiv zeigten die Pinguine eine gute Leistung, kamen gegen zuletzt formstarke Kölner immer wieder zu Torgelegenheiten, spielten die vier Treffer nach schönen Kombinationen gut heraus. Dass nach 60 Minuten nichts Zählbares heraussprang, ist ebenso bitter wie schnell erklärt. Mit leichtsinnigen Fehlern in der Defensive und speziell im Spielaufbau haben sich die Krefelder um den möglichen Lohn gebracht. Die Gäste aus der Domstadt wurden mehrfach zum Toreschießen eingeladen. Köln nutzte dies, machte aus wenigen Chancen fünf Tore, präsentierte sich gnadenlos effektiv.

Sportdirektor Matthias Roos sagt: „Wir haben uns um den verdienten Lohn der Arbeit gebracht. Wir waren die letzten 40 Minuten die bessere Mannschaft mit einem Schussverhältnis von 33 zu 13. Aufgabe muss jetzt sein, die Fehler abzustellen.“ Diese Formel mag sich womöglich einfach anhören. Aber Roos sagt: „Ich bin zuversichtlich, dass uns das schnell gelingt.“

Trainer Brandon Reid: „Du musst die Spiele zu Ende bringen“

Und beteiligt waren auf Seiten der Pinguine stets andere beim munteren Fehler-Puzzle – ob Torsten Ankert vor dem ersten Gegentor, Dimitri Pätzold vor dem dritten oder Chad Costello vor dem vierten Gegentreffer. Sie alle ließen sich den Puck im Spielaufbau abjagen, beim fünften Kölner Treffer stand James Bettauer zudem falsch, machte so die Lücke für den Kölner Alexander Oblinger auf.

Tore, die allesamt vermeidbar waren. Dementsprechend klar fiel nach dem Spiel die Analyse aus. Daniel Pietta urteilte: „Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht.“ Trainer Brandon Reid hält fest: „Du musst die Spiele zu Ende bringen und dich für deine Leistung belohnen. Das hat Köln besser gemacht, sie waren effektiver.“

Eine Erkenntnis, die sich beim Blick auf die Statistik bestätigt. Nimmt man den knappen 3:2-Sieg nach Penaltyschießen in Wolfsburg hinzu, liegt das Torschussverhältnis aus beiden Spielen bei 70:40 für die Krefelder. Sechs aus dem Spiel heraus erzielte Treffer sind in Ordnung, sieben Gegentreffer aus 40 Schüssen nicht. Bezeichnend für die fehlende Effektivität sind auch die ersten Auftritte von Neuzugang Samson Mahbod. Der Kanadier probiert viel, es fehlt jedoch noch die letzte Konsequenz sowie das nötige Schussglück.

Reid sieht Fortschritte, sagt: „Ich bin zufrieden. Er macht seine Sache gut und wird besser.“ Mahbod feuerte in seinen drei DEL-Spielen 16 Schüsse auf das gegnerische Tor ab, das sind 5,33 Schüsse pro Spiel. Zum Vergleich: Die meisten Schüsse aller Spieler hat der Nürnberger Shawn Lalonde abgegeben. Er kommt auf 3,75 Schüsse pro Spiel. Jetzt muss bald einer den Weg zwischen die Torpfosten finden. Und derart haarsträubende Böcke in der Defensive passieren nicht in jedem Spiel.

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