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Nu-Liga: Programm sorgt für Chaos bei Handballern am Niederrhein

Nu-Liga : Programm sorgt für Chaos bei Handballern

Oppum II bekommt Punkte abgezogen, bei vielen Vereinen heißen Spieler „Anonym“.

Beim Handballverband Niederrhein (HVN) läuft digital längst nicht alles wie geschmiert, es geht eher anonym zu. Derzeit verstehen vor allem die Landesliga-Handballer des TV Oppum II die Welt nicht mehr. Am Samstag, 2. Februar, schickten die Oppumer nämlich den TV Korschenbroich II mit einer 36:27-Klatsche nach Hause. Doch vor dem vergangenen Wochenende bekam die Mannschaft von Trainer Falk Schwarz die Punkte wieder abgezogen. Das Spiel wurde für Korschenbroich gewertet, denn der Nachbarklub hatte in akuter Abstiegsnot, sportlich aber höchst fragwürdig, Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt. Angeblich hatten die Oppumer mit Tim Kammann einen B-Jugend Spieler eingesetzt, der aus Altersgründen aber gar nicht im Seniorenbereich spielberechtigt ist.

Jüngerer Bruder des Oppumer Torwarts war im Programm

Auslöser der verwirrenden Aktion war das Datenprogramm Nu-Liga über das der HVN seit dem vergangenen Sommer seinen Spielbetrieb digital aus den Hallen steuert und das die Handballer scheinbar eher ins Mittelalter denn in die Zukunft führt. Der angeblich falsch eingesetzte Oppumer Spieler ist der 16-jährige, jüngere Bruder des etatmäßigen Oppumer Torhüters Mike Kammann, der tatsächlich auf dem Spielfeld stand.

Warum der kleine Bruder aus dem Datengewirr der Nu-Liga in die zweite Oppumer Mannschaft rutschte, bleibt offen. Die Regeln sind für solch einen Fall jedoch eindeutig, die Punkte weg. Bleibt zu klären, ob sich der Handballverband Niederrhein mit der Einführung der neuen Nu-Liga insgesamt einen Gefallen getan hat, denn darüber wird ebenfalls trefflich gestritten. Unüberhörbar sind die Klagen und Flüche zwischen dem Bergischen Land und der niederländischen Grenze.

Noch immer sind 80 Prozent der Spieldaten anonymisiert; so ist für Fans, Angehörige oder gar die Spieler selbst nicht einsehbar, wer für welchen Verein gespielt oder Tore geworfen hat. Der Datenschutz wurde von den Verbandsgewaltigen als Grund für die Anonymisierung genannt.

Doch genau dieses Argument gilt in anderen Sportarten nicht, die ebenfalls auf das Nu-Liga Angebot aus Östereich setzen. So beim Tennisverband Niederrhein, wo lückenlos alle Namen und Ergebnisse öffentlich zu lesen sind. Eine persönliche Einverständniserklärung muss jeder Handballspieler nun in der Nu-Liga einpflegen, damit sie nicht mehr „Anonym“ sind – eine Herkulesaufgabe für die Vereine.