Hockey: Nationalteams mit guter Ausgangslage im Endspurt

Hockey : Nationalteams mit guter Ausgangslage im Endspurt

Die deutschen Frauen und Herren bleiben in Krefeld im Rennen um das Erreichen der Pro-League-Endrunde.

Krefeld ist in diesen Tagen der Fixpunkt des deutschen Hockeys. Die Frauen- und Herren-Nationalmannschaften spielen eine Serie an Länderspielen auf der Anlage des Crefelder HTC. Die neu gegründete Pro League kämpft weltweit noch um Anerkennung und Akzeptanz. In Krefeld schauten am Montagabend 711 Zuschauer vorbei, als die deutschen Herren um Lokalmatador Niklas Wellen Spanien mit 3:1 besiegten und auf Rang vier vorrückten. Am Mittwochabend geht es weiter. Weltmeister Belgien ist um 21 Uhr zu Gast. Die Frauen messen sich mit dem Nachbarn schon um 18.30 Uhr.

Verbandspräsidentin wünscht sich mehr Zuspruch

Mehr Resonanz wünscht sich in der Zukunft auch die neue Chefin des Deutschen Hockey Bundes (DHB), Carola Meyer, die am 25. Mai ins Amt gewählt wurde. Sie ist die erste Frau an der Spitze des DHB: „Wir müssen noch mehr Leute ansprechen. Es ist doch schade, dass zu so einem tollen Spiel gegen Spanien nur so wenige Leute kommen.“ Die Niederlande und Belgien dienten da als Vorbild, so die 69-Jährige. Dort pilgerten mehrere tausend Besucher zu den Spielen.

Beide deutschen Nationalmannschaften belegen vor dem Vergleich mit Belgien Rang vier in der Tabelle. Das würde reichen, um sich für die Endrunde Ende Juni in Amsterdam zu qualifizieren und auch ein Ticket für die wichtige Olympia-Qualifikation zu lösen. Heino Knuf, Direktor für den Leistungssport im DHB, sagt: „Sportlich geben beide Teams alles. Man merkt, dass die Luft in der Spitze immer dünner wird.“ Die Pro League sei „eine perfekte Spielwiese, um uns zu zeigen“.  Gerade für die jungen Spieler sei dies eine gute Gelegenheit, sich unter Wettkampfbedingungen zu entwickeln. „Wenn unsere Teams alles abrufen, können wir jeden schlagen.“ Die Mentalität stimme, auch wenn die deutschen Herren zuletzt gegen Neuseeland oder Großbritannien zu Spielbeginn die nötige Aggressivität vermissen ließen. „Frauen und Männer können Rückstände umbiegen. Sie lassen sich davon nicht beeindrucken. Das ist vorbildlich.“

Die deutschen Herren verbuchten jüngst fünf Siege in Folge, zwei davon nach Penaltyschießen. Gegen Spanien trafen Constantin Schaib, Niklas Wellen und Timm Herzbruch zum verdienten Sieg, der aber wieder einmal knapp ausfiel und spät vollendet war. Wellen: „Wir wollten über 60 Minuten komplett da sein. Das haben wir sehr gut geschafft. Im Kreis jedoch sind wir weiter zu ineffizient.“ Und nun kommt Belgien, Tabellenzweiter. „Wir haben im Hinspiel gezeigt, dass wir mit dem Weltmeister mithalten können. Das sind auch keine Übermenschen, sind uns nicht meilenweit voraus“, sagt CHTC-Stürmer Wellen. Und Mitspieler und CHTC-Eigengewächs Timur Oruz sagt: „Wir befinden uns jetzt in der heißen Phase in Richtung EM und sind auf einem guten Weg. Die Welt bricht aber auch nicht zusammen, wenn wir keine sechs Punkte aus beiden Spielen holen.“ Sechs Teams kämpfen noch um vier Plätze. Spannung ist angesagt am Mittwoch und Sonntag in Krefeld. Mit Blick auf die letzten beiden Gegner Belgien und Australien sagt Wellen: „Wir werden nicht mehr so viele Chancen bekommen.“ Die wenigen Gelegenheiten gelte es daher zu nutzen.

Für die Damen, die zwei Tage frei erhielten und am Mittwochabend Belgien auf Distanz halten wollen, steht nach dem Heimspiel am Sonntag gegen Australien noch eine USA-Reise an. Am 22. Juni endet die Liga für die deutschen Frauen mit dem Duell in Lancaster.

Mehr von Westdeutsche Zeitung