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Nach dem Abstieg herrscht Tristesse beim CHTC in Krefeld

Trainer Ronan Gormley steht nicht zur Disposition : Tristesse beim CHTC an der Hüttenallee

Nach dem Wochenende und dem Abstieg in die zweite Bundesliga mussten alle im Verein erst einmal durchatmen. Jetzt steht die Aufarbeitung der Saison auf der Agenda.

Es herrscht Tristesse auf der Hockeyanlage in der Vreed. Als die Schiedsrichter Christian Blasch und Andreas Knechten die Abstiegsbegegnung zwischen dem Crefelder HTC und Nürnberger HTC abpfiffen, gab es auf Krefelder Seite entsetzte Gesichter. Ex-Trainer und Krefelds Hockey-Ikone Matthias „Matz“ Mahn stand versteinert am Spielfeldrand. Fassungslos schauten sich die Spieler und Verantwortlichen an. Hohe Ziele hatte sich die Mannschaft vor dem Saisonstart gesetzt und nun endete die Saison in einem Fiasko. CHTC-Boss Dirk Wellen: „Es trifft uns brutal. Wir wussten, dass es eine schwierige Saison wird, doch den Abstieg hatten wir nicht erwartet.“ Die Niederlage im entscheidenden Play-down-Spiel ist am Ende tragisch. In den Ligenspielen schnitt der CHTC deutlich besser ab als die Mitkonkurrenten. Die Nürnberger waren mit nur elf Punkten die schlechteste Mannschaft. Der CHTC hatte dagegen 26 Zähler auf dem Konto. Doch all das zählte in der Abstiegsrunde nicht mehr.

Der letzte Abstieg liegt 20 Jahre zurück. Im damaligen Team standen mit Klaus Michler ein Olympiasieger sowie der junge Matthias Witthaus, der später zum Rekordnationalspieler avancierte. Der CHTC schaffte seinerzeit nicht nur den direkten Aufstieg in das Oberhaus, sondern brachte in der Folgezeit den Krefeldern „goldene“ Hockeyjahre. Der Meisterschaft in der Saison 2006 (Feld) und 2007 (Halle) folgte noch der Sieg im Europapokal 2007. „Wir, die seit vielen Jahren dem Hockeysport sehr nahe sind, kennen das gesamte Spektrum. Da kann so ein Abstieg schon einmal passieren“, sagt Wellen. Der Club-Chef, der auch Präsident der Hockeyliga ist, will im engen Kreis die Saison analysieren.

Eines steht aber schon fest: „Der Trainer Ronan Gormley steht nicht zur Disposition“, sagt Wellen klar und deutlich. Der Vorstand bemüht sich, den größten Teil der Akteure zu halten. Für Torhüter Luis Beckmann und Kapitän Linus Michler zählt dies wahrscheinlich nicht, denn beide hatten schon länger ihr Auslandssemester nach dieser Saison geplant. Konsequenzen hat der Erstligaabstieg aber auch für die zweite Mannschaft des CHTC, die in der Regionalliga auf Platz drei steht und nun automatisch für die Oberliga planen muss.