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Michael Nagorny: „Wir wollen die Nummer eins sein“

Michael Nagorny: „Wir wollen die Nummer eins sein“

Mit einem neuen Konzept verfolgt der SC Bayer Uerdingen seit einem Jahr seine Ziele im Jugendfußball.

Uerdingen. Der SC Bayer Uerdingen ist das Aushängeschild im Jugendfußball des Fußballkreises Kempen/Krefeld. Vor rund einem Jahr wurden am Löschenhofweg neue Strukturen geschaffen, um die Aufgaben in der Jugendabteilung effizienter bewältigen zu können. Michael Nagorny, A-Trainerlizenzinhaber, ist seither Sportlicher Leiter. Wir sprachen mit dem 27-Jährigen über Erfolge, die Zukunftsvision des Jugendfußballs beim SC Bayer und einen Aufstieg der U 17 in die Junioren-Bundesliga.

Herr Nagorny, alle männlichen Jugendteams des SC Bayer von der U 11 bis zur U 19 stehen im Finale des Fußball-Kreispokals. Sind das die ersten Früchte Ihrer Arbeit?

Michael Nagorny: Vor allem ist das erst einmal der Verdienst der Spieler und Trainer. Dazu freuen wir uns natürlich auch als Verantwortliche über die Erfolge unserer Mannschaften. Wir werden Ende des Jahres ein Fazit ziehen, inwieweit wir seit der Umstrukturierung im vergangenen Jahr unsere Nahziele erreicht haben.

Ist so ein Nahziel der Aufstieg mit Ihrer Mannschaft der U 17 in die Junioren-Bundesliga?

Nagorny: Wir haben bislang eine gute Rolle in dieser Saison gespielt und stehen mit zwei Punkten Rückstand auf Rot-Weiß Oberhausen auf Rang zwei der Tabelle. Trotzdem freut mich als Trainer viel mehr der Abstand nach unten.

Sie verstehen sich als klassischer Ausbildungsverein, der ein Sprungbrett für talentierte Nachwuchsfußballer bietet.

Nagorny: Genau nach diesem Leitbild arbeiten wir hier alle. Wir wollen uns zur besten Adresse für Jugendfußball im Kreis Kempen/Krefeld entwickeln und auch für die Jugendspieler aus dem Kreis Moers eine erste Anlaufstelle werden. Wir führen junge Spieler heran, die in ihren Heimatvereinen zweimal die Woche trainieren und bei uns langsam an Bedingungen bei Jugendmannschaften von Topteams aus der Bundesliga oder 2. Liga herangeführt werden. Wir haben das Ziel, die U 15, U 17 und U 19 immer mindestens in der Niederrheinliga zu halten. Dazu sollen die U 14 und U 16 sich in der Leistungsklasse etablieren.

Welche Bedingungen finden die Spieler bei Ihnen vor?

Nagorny: Bei uns sind die Jugendtrainer lizenziert, die Anlage am Löschenhofweg bietet uns die Möglichkeit, mit vielen Jugendmannschaften gleichzeitig zu trainieren. Dazu werden spezielle Förderlehrgänge für Spieler angeboten, die gleichzeitig die Möglichkeit besitzen auch in der Futsalabteilung unseres Vereins mitzutrainieren.

Warum liegt das Hauptaugenmerk des Clubs so dominant auf der Jugendarbeit?

Nagorny: Das hat mehrere Gründe. Unter anderem hat es natürlich damit zu tun, dass wir in Uerdingen die Maxime der Bayer AG umsetzen, keinen bezahlten Sport zu fördern. Qualitativ hochstehende Arbeit in der Jugend ist aber nach wie vor gerne gesehen. Zudem wollen wir durch unsere Arbeit mithelfen, junge Menschen ganzheitlich auszubilden — auf und neben dem Fußballplatz.

Und auch durch Wechsel zu Bundes- oder Zweitligisten Geld zu generieren?

Nagorny: Natürlich freuen wir uns über jeden Spieler, der den Sprung schafft. Dann greifen die Regelungen des DFB und der DFL, und wir erhalten, je nachdem, wie lang ein Spieler bei uns ausgebildet wurde, eine Ausbildungsentschädigung, sollten die Jungs in den beiden höchsten deutschen Fußballligen debütieren. Im letzten Jahr waren es 14 Jugendspieler, die von uns in die Jugend eines Bundes- oder Zweitligisten gewechselt sind.

Wie groß ist denn die Nachfrage zur Winterpause nach Jugendspielern des SC Bayer?

Nagorny: Groß, die Topvereine wissen, dass sie bei uns gut ausgebildete Spieler bekommen und bemühen sich auch dementsprechend intensiv um die Kandidaten. Für uns hat das den Vorteil, dass hier auf der anderen Seite aufgrund unserer guten Arbeit viele Anfragen von Spielern eingehen, die gerne bei uns einmal vorspielen würden. Solche Ergebnisse, wie der Einzug aller unserer Jugendmannschaften in die Endspiele des Kreispokals sind da natürlich sicher auch von Vorteil.