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Merkels Mission in Melbourne

Tennis : Merkel will seine Mission in Melbourne nicht missen

Der Teamchef des Tennis-Bundesligisten Blau-Weiß Krefeld knüpft bei den Australian Open Kontakte.

Es ist für ihn schon ein Ritual geworden. Und eines, von dem er sich Erfolg verspricht. Olaf Merkel ist in diesen Tagen zum fünften Mal als Teamchef des Tennis-Bundesligisten Blau-Weiß Krefeld nach Melbourne gereist. Zwei Wochen hält sich der 67-Jährige in „Down Under“ auf, wird dort auch eine Woche der Hauptrunde der Australian Open verfolgen und sein Netzwerk zu aktuellen und vielleicht künftigen Spielern nutzen, um Kontakte aufzufrischen und aufzubauen.

Zum Jahresende hatte Merkel für ein paar Tage „den Sommer zurückgeholt“. Zehn Tage Mallorca, Entspannung pur, bevor es am zweiten Januar-Wochenende in den Flieger Richtung Australien ging. „Da freue ich mich drauf. Diese Begeisterung, diese Anlage. Es ist noch nicht so hektisch wie in Paris oder New York“, sagte er vor dem Abflug.

Die Kaderplanung für die Saison 2020 läuft. Sieben Neue braucht Merkel für den Sommer. 16 Spieler plus zwei deutsche Nachwuchsleute muss der Kader nun umfassen, zwei Profis mehr als im Vorjahr. Mit zwei bis drei Kandidaten hat er sich in Melbourne verabredet. „Man hat vor Ort einen ganz anderen Bezug zu den Spielern als über E-Mails. So lernt man sich kennen. Es hat sich bisher als positiv erwiesen.“ In den vergangenen sechs Jahren ging es aufwärts für die Blau-Weißen in der Bundesliga. Aus dem früheren Abstiegskandidaten ist ein Titelanwärter geworden, was allerdings auch den Etat zuletzt strapazierte. Durch die Siege und Doppel-Spezialisten schnellten die Ausgaben für Prämien in die Höhe.

Die Reise nach Melbourne zum Jahresbeginn, wenn die Tennis-Profis in die Saison starten, will Olaf Merkel nicht missen: „Es gehört für mich einfach dazu. Ich bin mit Enthusiasmus dabei. Die Spieler honorieren das.“ Im Januar stricken die Spieler noch an ihren Saisonplänen. Da will Merkel sie für ein Engagement in der Bundesliga gewinnen. Manager, Trainer und Profis seien meistens in Melbourne gemeinsam anzutreffen.

Olympia macht Planungen besonders kompliziert

Zwei bis drei Italiener will Merkel noch dazu holen für die zweite Saisonhälfte. „Es werden keine Top-100-Leute sein, aber dennoch gute“, sagt er. Die Planungen sind in diesem Jahr besonders kompliziert. Die Olympischen Spiele in Tokio (Freitag, 24. Juli, bis Sonntag, 9. August) kollidieren mit der Bundesliga, die im Juli bis Mitte August ihre Meisterschaft ausspielt. Und: Das erste Heimspiel im Stadtwald wird es erst am Sonntag, 19. Juli, gegen BW Neuss geben. „Wir müssen da schauen, wer da teilnimmt“, sagt Merkel. So steht hinter den Einsätzen der Blau-Weiß-Asse Marco Cecchinato, Stefano Travaglia oder dem Doppel-Spezialisten Simone Bolelli noch ein Fragezeichen. Nach Aussage Merkels überlegt auch Jürgen Melzer, ob er für Österreich noch einmal in Tokio aufschlägt, in der Doppel-Konkurrenz. So muss der Blau-Weiß-Teamchef terminlich um seine Schützlinge herumbauen. Der Krefelder Publikumsliebling Paolo Lorenzi jedoch, mittlerweile 38 Jahre alt, werde wohl nicht mehr nach Tokio reisen und dort antreten.

Mit dem Chilenen Cristian Garin plant Olaf Merkel nicht mehr. Zu teuer einerseits, außerdem habe der 23-Jährige dem Teamchef erklärt, nicht mehr Bundesliga spielen zu wollen. Garin wolle zudem bei Olympia spielen. Auch Leonardo Mayer, Alessandro Giannessi, Ricardo Ojeda-Lara und Davide Galoppini werde man nicht mehr im Stadtwald sehen, sagte Merkel, der das Ziel hat, den Etat in diesem Jahr einhalten zu wollen. Das Krefelder Publikum auf der Anlage an der Hüttenallee soll dennoch auf seine Kosten kommen. Über 1000 Besucher begrüßt Blau-Weiß im Durchschnitt pro Heimspiel. Merkel: „Wir wollen weiter tolle Heimspiele bieten und ein stimmiges Jahr spielen. Die Konkurrenz wird jedoch immer stärker.“ Allerdings müssen die Krefelder an den ersten drei Spieltagen jeweils auswärts ran. Los geht es mit dem Gastspiel beim Münchner TC Großhesselohe am Sonntag, 5. Juli. Gecoacht werden die Profis weiterhin von Merkel selbst, Ashley McMillan und Stefan Kaiser.