Mayer und Garin führen das Stadtwald-Team an

Tennis : Mayer und Garin führen das Stadtwald-Team an

Paolo Lorenzi (ITA):

Vor zwei Jahren lag ihm das Krefelder Publikum zu Füßen. Der Italiener, damals 35 Jahre alt, fegte über die Asche, spielte sich in die Herzen der Blau-Weiß-Fans. Heute stehen andere im Mittelpunkt. Sein Kämpferherz hat der Römer, der in Florida lebt, aber nicht eingebüßt. Seine Blütezeit mag hinter ihm liegen. Im Mai 2017 lag er auf ATP-Rang 33. Die Siege sind weniger geworden, die Einstellung aber stimmt. „Er ist ein guter Charakter“, sagt Teamchef Olaf Merkel.

Leonardo Mayer (ARG):

Der Argentinier ist mit seinen 32 Jahren eine der Top-Verpflichtungen und enorm erfahren, war Ende Juni ein Top 50-Spieler der ATP-Weltrangliste. Der Mann aus Buenos Aires verlor bei den French Open in Paris auf Sand erst in Runde vier gegen Roger Federer. Teamchef Merkel sieht ihn auf einer Stufe im Team mit Christian Garin und Marco Cecchinato. Nach Wimbledon soll er sofort kommen und zwei Heimspiele bestreiten.

Christian Garin (CHI)

Teamchef Olaf Merkel lobt die „unheimliche Athletik“ des Chilenen. Kompakt, schnell, druckvolles Spiel. „Er ist ein Topmann geworden und wird noch weiter nach oben kommen“, sagt Merkel. Mitte Juni stand er auf Rang 32 der Welt. Garin wolle die ersten drei Spiele machen nach Wimbledon. Garin wird sich später nach Amerika aufmachen, um sich auf die US Open vorzubereiten. Zusammen mit Cecchinato und Mayer würde er ein Spitzentrio bilden.

Alessandro Giannessi (ITA)

Im vergangenen Jahr spielte Giannessi schon erfolgreich für Blau-Weiß. Der Italiener aus La Spezia ist niemand für die erste Paradereihe, doch ein solider Mann für den Mittelbau, der im Laufe der Saison auch wichtig werden wird, wenn die Topleute ausfallen. Ein solider Grundlinienspieler, technisch sauber, mit viel Ballgefühl.

Stefano Travaglia (ITA)

Der 27-Jährige aus Ascoli Piceno ist augenblicklich sehr gut in Form, stand Mitte Juni kurz vor dem Eintritt unter die ersten 100 der Welt. Merkel listet ihn als Nummer vier in der Mannschaft. Seit zwei Jahren steht er mit dem Blau-Weiß-Teamchef im Kontakt. Er gehört zur Trainingsgruppe von Marco Cecchinato, war im Vorjahr schon im Stadtwald für Trainingsübungen zu Gast. Sein Vorbild ist David Ferrer.

Jürgen Melzer (AUT)

Seit zwei Jahrzehnten gehört der Österreicher schon zu Blau-Weiß Krefeld. Sieben Jahre verbrachte er als Intermezzo in Mannheim. Der heute 38-Jährige ist noch im Doppel auf der Tour unterwegs. Neuerdings mit seinem Landsmann Oliver Marach. Melzer soll einspringen, wenn es eng wird mit der Personalwahl, erklärt Merkel.

Simone Bolelli (ITA)

Einer der bekanntesten Namen in der Mannschaft. Der Italiener aus Bologna, der in Monaco lebt, wird in der Szene hoch angesehen. Ein guter Doppel-Spieler, der nach Einschätzung von Olaf Merkel auch immer noch im Einzel einen Top-100-Mann schlagen kann. Der 33-Jährige gewann 2015 an der Seite von Fabio Fognini die Australian Open. Seine Art, Tennis zu spielen, ähnelt der von Roger Federer.

Rogerio Dutra Silva (BRA)

Der Brasilianer aus Santa Barbara D’Oeste ist im Einzel wie Doppel ein guter Mann, der viel Erfahrung mitbringt. In seiner Heimat ist er wegen seiner Davis-Cup-Vergangenheit bekannt. Neben Leonardo Mayer ist er einer von zwei Nicht-EU-Ausländern im Kader. Alle anderen besitzen einen europäischen Pass. Dutra Silva sei die gesamte Zeit verfügbar, sagt Teamchef Merkel. Mit seinem Rang um die 200 in der Weltrangliste gehört er zum Mittelbau des Teams.

Federico Gaio (ITA)

Seit Jahren schon gehört der 27-jährige Italiener zum Inventar der Krefelder. Mitte Juni noch an Platz 200 gelistet, befindet sich der Mann aus Faenza ist guter Form. Ein wertvoller Teamspieler, wie Merkel sagt: „Er hat uns sehr oft schon geholfen. Als Mensch ist er ein super Typ.“ Auch im Doppel kann Gaio nützlich werden.

Marco Cecchinato (ITA)

Im Vorjahr war er die Hauptattraktion im Blau-Weiß Kader nach seinem Halbfinale bei den French Open. Sollte es in dieser Saison wieder einige heiße Spieltage geben, braucht sich Teamchef Olaf Merkel bei seinem Schützling keine Sorgen machen. Der Italiener aus Palermo spiele gerne bei Hitze, so Merkel. Cecchinato ist technisch sehr beschlagen, beweglich und will seine Gegner spielerisch besiegen.

Ricardo Ojeda Lara (ESP)

Der Spanier spielte im Vorjahr nur ein Match für Blau-Weiß, gewann dies aber. In der ATP-Rangliste ist er abgerutscht, will sich aber unter die besten 200 zurückkämpfen. „Er hat mich letztes Jahr überzeugt“, sagt Teamchef Merkel. Der Mann aus El Puerto de Santa Maria ist jedoch kein Mann für die erste Reihe, eher als Ersatzmann eingeplant.

Andrea Collarini (ARG)

Der Argentinier besitzt auch den italienischen Ausweis. Der 27-Jährige gehörte zu den Überraschungen des Vorjahres in der Bundesliga, war einer der besten im Blau-Weiß-Dress.

Vier Spiele, vier Siege, eine makellose Bilanz. Einer, der gerne nach Krefeld in die Stadtwald kommt. „Er genießt die Atmosphäre“, sagt Olaf Merkel zu Collarini.

Gianluca Mager (ITA)

Wie sein Landsmann Stefano Travaglia spielt der Mann aus San Remo ein sehr gutes Frühjahr. Blau-Weiß schnappte sich den 24-Jährigen kurz vor Meldeschluss. Im Juni war auf Rang 128 gelistet, der Bestwert seiner Karriere. Erst vor sechs Jahren wurde bei ihm aus dem Hobby ein Beruf. Ein Spätstarter. Sein Aufschlag ist sein stärkster Schlag.

Davide Galoppini (ITA)

Wenn bei Blau-Weiß alles nach Plan läuft, dürften die Zuschauer ihn nicht zu sehen bekommen. Der Italiener aus Livorno ist der Trainingspartner von Paolo Lorenzi und seit drei Jahren ein Ersatzmann im Stadtwald.

Teamchef Olaf Merkel hat ihn immer in der Hinterhand. Der 24-Jährige ist für den Notfall gedacht, kein Mann für das oberste Niveau der Bundesliga. „Er ist ein solider, sympathischer Typ“, sagt Merkel. „Er honoriert, dass er dabei ist.“

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