Mast meckert trotz 26:20

Der Trainer von Handball-Drittligist HSG Krefeld ärgert sich über die misslungenen Kunststücke seines Teams gegen Lemgo.

Krefeld. Die HSG Krefeld entwickelt die Glockenspitzhalle in der 3. Handball-Bundesliga zu einer uneinnehmbaren Festung. Mit 26:20 (16:8) besiegte der Tabellenzweite die Bundesliga-Reserve aus Lemgo, ist nach dem vierten Heimspiel ungeschlagen. Doch acht Tage vor dem Gipfeltreffen bei Zweitligaabsteiger und Topfavorit TuS Ferndorf verpassten es die Krefelder, Schwung aufzunehmen. Die Chance, nach einem Kantersieg mit großem Selbstvertrauen in der Kreuztaler „Stählerwiese“ aufzulaufen, vergab die HSG leichtfertig. Lemgo offenbarte schnell, warum das Team mit nur zwei Punkten im Tabellenkeller steht und längst nicht so stark aufgestellt ist wie in der Vorsaison, als die Krefelder mit 25:28 zu Hause unterlagen und in Lemgo nur ein Remis erzielten.

Die Gastgeber schonten den leicht angeschlagenen Kapitän Marcel Görden über 60 Minuten. Jens Reinarz war nur eine Minute auf dem Feld, verletzte sich am Fuß, wurde bestens von Max Zimmermann ersetzt. Mit viel Elan und guten Abläufen in Angriff dominierten die Krefelder schnell aus einer guten Abwehr, schafften leicht eine 11:5-Führung. Mit acht Toren Vorsprung ging es in die Pause. Nach dem Seitenwechsel ging die Torflut weiter. Gerrit Kuhfuß, der als Görden-Ersatz eine gute Leistung zeigte, erzielte die 18:8-Führung. Lemgos Trainer Matthias Struck verzweifelte, fand trotz vieler Wechsel kein taktisches Mittel gegen die HSG-Angreifer.

Doch nun schlichen sich Fehler ins Krefelder Spiel ein. Fünf Tore in Folge brachten Lemgo heran. 15 Minuten vor dem Schlusspfiff verkürzten die Gäste auf 16:20. Angeführt vom stark aufgelegten Simon Ciupinksi und mit einem nun zur Höchstform auflaufenden Keeper Philipp Ruch schraubte die HSG die Führung auf 23:16, ohne zu überzeugen. So übt Trainer Olaf Mast trotz des verdienten Sieges Kritik: „Meine Mannschaft baut in der zweiten Hälfte ein Zirkuszelt für Kunststücke auf. Doch die gelangen nicht. So findet man nicht zur Sicherheit für ein Topspiel acht Tage später.“