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Krefelder Schwimmerinnen mussten USA-Aufenthalt abbrechen

Krefelder Sport : Schwimmerinnen mussten USA-Aufenthalt abbrechen

Emilie Boll und Paula Schulte studieren in Green Bay und kehrten wegen Corona nach Krefeld zurück.

Emilie Boll und Paula Schulte vom SV Bayer 08 Uerdingen mussten wegen der Corona-Pandemie ihren USA-Aufenthalt abrupt abbrechen. Seit dem 16. März sind die beiden Schwimmerinnen wieder zurück in Krefeld. Die Pläne waren andere. Im vergangenen August starteten Boll und Schulte ihr Stipendium an der Universität in Green Bay. Geplant war der Aufenthalt für die beiden Freundinnen eigentlich für vier Jahre. Zunächst bestand für Boll und Schulte noch die Option auf dem Campus weiter zu wohnen, doch sie entschieden sich gemeinsam mit ihren Eltern für die Rückreise nach Deutschland. „Das war die richtige Entscheidung, zumal der Campus jetzt auch geschlossen wurde“, sagt Boll.

Eine Rückkehr in die USA ist für beide fraglich

Beide ziehen nach gut sechs Monaten in den USA ein positives Fazit. „Es war eine super Erfahrung, ich kann jedem nur raten, der die Chance hat, so ein Stipendium wahrzunehmen. Das Training war ganz anders und auf sehr hohem Niveau“, berichtet Schulte und ergänzt: „Die Zeit in den USA hat mich als Person weitergebracht.“ Boll sieht das ähnlich: „Wir wussten vorher, dass hier ein ganz besonderer Teamspirit herrscht, aber wenn man es nochmal selber miterlebt, ist es etwas ganz anderes. Wir haben neue Freunde aus Europa und den USA gefunden und gelernt, selbständiger zu werden. Wir mussten unseren Tag selber planen.“ Dafür habe man aber eine gute Chance, Studium und Leistungssport unter einen Hut zu bekommen, erklärt Schulte.

Den Beweis, dass sie beides unter einen Hut bekommen haben, lieferten sie mehrfach im Becken: Boll konnte drei neue Bestzeiten für ihre Uni schwimmen. Sie hält den School-, Freshman- und den Pool-Rekord über 100 Yards Brust. „School-Rekord beinhaltet alle Zeiten unserer Uni, Pool-Rekord alle Zeiten im uni-eigenen Becken, und als Freshmans werden alle bezeichnet, die sich im ersten Uni-Jahr befinden“, erklärt Boll, die im Februar bei den Horizon League Championships, einer Uni-Liga, Vize-Champion über ihre Paradestrecke 100 Yards Brust wurde. Schulte schwamm über drei Strecken neue Bestleistungen. „Über die 100 Yards Brust konnte ich mich am Ende der Saison auf 1:04 Minuten verbessern, über meine Nebenstrecke, die 200 Yards Lagen, auf 2:10 Minuten, und über 100 Yards Kraul, eine Strecke, die ich sonst nicht schwimme, konnte ich meine Zeit auf 0:54 Minuten verbessern“, berichtet sie.

Eine Rückkehr in die USA ist nach der verfrühten Heimreise für beide fraglich. „Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht, ich könnte mir auch vorstellen, in Deutschland weiter zu studieren“, sagt Schulte. Unabhängig von der aktuellen Situation hätten Boll und Schulte zum nächsten Semester einen Universitätswechsel angestrebt. „Ich habe bereits einen neuen Vertrag für eine andere Universität, trotzdem weiß ich noch nicht, ob ich im August zurück in die USA gehe“, sagte Emilie Boll.

Bei einer Rückkehr müssten auch noch Visa-Fragen geklärt werden. Wie so häufig derzeit, viele offene Fragen. Vorerst wird auf jeden Fall weiter studiert und trainiert. Das Semester wird online abgeschlossen, und Bayer-Trainer Klaas Fokken versorgt Boll und Schulte mit Home-Workouts. Boll: „Es ist eine schwierige Zeit für alle. Ich freue mich schon darauf, wenn ich endlich wieder ins Becken springen kann und wieder in meinen Trainingsrhythmus komme.“