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Krefelder Pinguine: Wenn doch immer Januar wäre

Eishockey : Wenn doch immer Januar wäre

Analyse Die Krefeld Pinguine zeigten sich zuletzt stark verbessert und sammelten im Januar Punkte. Doch die Aufholjagd kommt zu spät.

Als am Freitagabend die Schlusssirene ertönte, hatten sich die Zuschauer längst erhoben. Ein Acht-Tore-Spektakel der Krefeld Pinguine gab es eine Weile nicht mehr. Dass dies auch noch in einem Derby über die Kölner Haie gelang, war das berühmte i-Tüpfelchen. Auch wenn sich die Gäste aus der Domstadt derzeit im freien Fall befinden und am Sonntag die 13. Niederlage in Folge kassierten, muss man vor allem der Mannschaft der Krefeld Pinguine eine gute Leistung attestieren.

Das Team von Trainer Pierre Beaulieu präsentierte sich wie schon in den vergangenen Heimspielen stark verbessert und legte offen, welches Potenzial gerade offensiv in der Mannschaft steckt. Die Formkurve zeigt nach deutlich nach oben, doch neun Spiele vor dem Ende der regulären Saison ist der Playoff-Zug dennoch bereits abgefahren. Durch die Niederlage am Sonntag in Augsburg (1:2) müssen angesichts von 14 Punkten Rückstand auf Platz zehn nun auch die letzten Optimisten eingestehen, dass es auch in der fünften Saison in Folge nichts mit Playoff-Hockey in Krefeld wird.

Nur vier Teams waren im
Januar besser als die Pinguine

Doch ein Blick auf die „Januar-Tabelle“ zeigt, dass es durchaus hätte anders laufen können. Von den neun Spielen im Jahr 2020 gewannen die Pinguine fünf, verloren einmal nach Penaltyschießen sowie dreimal nach 60 Minuten. Unter dem Strich sind das 16 Punkte und Platz fünf in der Monats-Tabelle. Nur die Teams aus Mannheim, Straubing, Bremerhaven und Nürnberg waren im Januar besser als die Pinguine. Das Paradoxe daran: Geschafft haben sie es mit den wenigsten eigenen Torschüssen (237) und den mit Abstand am meisten zugelassenen Torschüssen des Gegners (379). Zum Vergleich: Mannheim ließ in der gleichen Anzahl von Spielen (9) gerade einmal 189 und damit weniger als die Hälfte an gegnerischen Schüssen zu.

Der Höhepunkt dieser Entwicklung bildete das Spiel am Freitag gegen Köln. Die Krefelder machten aus 21 Schüssen acht Tore, Köln hatte satte 51 Abschlüsse auf seiner Seite stehen und machte gerade einmal zwei Tore. Schnell lässt sich also der Schlüssel zum Erfolg der letzten Wochen ausmachen. Die Krefeld Pinguine sind in der Offensive enorm effektiv und können sich in der Defensive vor allem auf ihre Torhüter verlassen. Jussi Rynnäs war seit Wochen in Top-Form und hielt seine Mannschaft ein ums andere Mal im Spiel. Am Wochenende fiel er verletzt aus, sodass Oskar Östlund zu seinem Debüt bei den Pinguinen kam.

Der 27-Jährige knüpfte nahtlos an die gute Leistung seines Vorgängers an und zeigte sowohl gegen Köln als auch gegen Augsburg starke Leistungen. Es bleibt abzuwarten wie Beaulieu sich in den verbleibenden Spielen auf der Torhüterposition entscheidet. Durch seine starken Leistungen hat sich Jussi Rynnäs zuletzt in den Fokus gespielt, soll nach WZ-Informationen im Radar mehrere Vereine aus der österreichischen EBEL stehen. Doch neben Rynnäs war der Monat Januar auch für einen weiteren Pinguine-Spieler erfolgreich. Laurin Braun ließ in dieser Saison schon mehrfach sein Potenzial aufblitzen, im Januar lieferte der 28-jährige Stürmer nun auch die passenden Zahlen ab. In neun Spielen gelangen ihm fünf Treffer sowie drei Vorlagen. Nach anstrengenden Wochen steht nun erst einmal die Länderspielpause auf dem Programm. Erst am 14. Februar geht es mit dem Heimspiel gegen die Eisbären Berlin auf die Zielgerade der DEL-Saison 2019/2020. Bis dahin hat Trainer Pierre Beaulieu der Mannschaft die Woche freigegeben, erst am Samstag müssen sich die Spieler wieder in Krefeld einfinden.