Krefelder Pinguine klingeln an der Tür und bringen Dauerkarten

Krefeld Pinguine : Wenn Pinguine an der Tür klingeln

Die Spieler Laurin Braun und Travis Ewanyk überraschten Fans und übergaben ihnen ihre Dauerkarten.

. Es dauerte ein wenig, bis Christian Runge-Kreuels an der Tür ist. Die Krücken hat er in der Küche geparkt, humpelt dem Eingang entgegen. Davor warten Laurin Braun und Travis Ewanyk. Im Gepäck haben die beiden einen Umschlag samt Dauerkarte für die Familie. „Ach, saugeil“, sagt Christian Runge-Kreuels als er dann die Tür aufmacht. Die Überraschung ist geglückt. Nicht nur er durfte sich über einen spontanen Besuch der Pinguine freuen. Das Duo Braun/Ewanyk hatte mehrere Stationen auf der Liste, überraschte die Fans und stimmte alle für die neue Saison ein.

Im Vorfeld bekamen einige ausgewählte Fans eine Benachrichtigung, hielten sich bereit. „Ich sollte zwischen 15 und 16 Uhr zuhause sein“, sagte Runge-Kreuels, der aufgrund eines Muskelfaserrisses gerade auf Krücken geht, deswegen schon zeitig Zuhause war. „Ich bin die ganze Zeit wie ein kleines Kind auf- und abgerannt und habe gewartet. Meine Frau muss arbeiten, die hat sich ganz schön geärgert“, scherzt der Dauerkarteninhaber. Als kleiner Junge hatte er immer ein Jahresabo. Nachdem es mit den Abos bei ihm in den letzten Saisons seltener wurde, hat er sich nun wieder eine Dauerkarte zugelegt. „Erstmals seit vier Jahren“, sagt Runge-Kreuels, der wie viele Krefelder Fans heiß auf die anstehende Spielzeit ist.

Laurin Braun lernte Krefeld bereits im Sommer kennen

Besonders für Laurin Braun ist es nicht nur der erste hautnahe Kontakt mit den Krefelder Fans, der Neuzugang lernt so auch neue Ecken von Krefeld kennen. Während Braun am Steuer sitzt, navigiert ihn Ewanyk via Google-Maps, „es kommt so langsam“, sagt Braun und meint: „Ich glaube, Krefeld ist nicht so groß, dass man sich nicht schnell dran gewöhnen könnte.“

Der 28-Jährige kam vom ERC Ingolstadt, lebt mit seiner Freundin aber in Berlin. Da die Trainingsmöglichkeiten dort überraschenderweise nicht so gut seien und da „die Eisbären auch etwas streng geworden sind, was das Mittrainieren angeht“, verbrachte Braun den Sommer in Krefeld, besorgte sich ein Appartement.

Nun durchqueren die beiden einen Teil der Innenstadt. Es geht in Richtung Zoo, später über die Uerdinger Straße zum Kaiserplatz weiter entlang der Wilhelmshofallee. Dort, „wo die richtig netten Häuser stehen“, sagt der Amerikaner Ewanyk, der schon im Vorjahr in Krefeld spielte.

Nachdem bei einigen Stationen, die auf der Route liegen, jedoch keiner zuhause ist, macht gegen Ende dann Erika Gayk die Tür auf. Klingeln muüssen die beiden hier nicht, Gayk steht bereits am Fenster und erwartet die zwei. Sie besitzt schon lange eine Dauerkarte. An die vielen neuen Gesichter muss auch sie sich erst einmal wieder gewöhnen und fragt gleich doppelt die Namen des Duos ab. Ihre Nachbarn hatten die Karten bereits bekommen, „da bin ich ein wenig stutzig geworden“, sagt Gayk. Als sie dann aber die Benachrichtigung bekam, war alles wieder gut. Während Braun seinen Fokus auf Gayks Hund legt, erregt das Meisterfoto aus dem Jahr 2002/2003, das großflächig an der Wand hängt, die Aufmerksamkeit von Ewanyk. Es waren die goldenen Zeiten, an die auch Braun und Ewanyk wieder anknüpfen wollen. Laurin Braun spricht Gayk gleich Mut zu, sagt: „Es wird besser, versprochen.“

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