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Krefelder Pferde gewinnen am Derbywochenende in Hamburg

Die Krefelder Trainerin strahlt nach den Erfolgen : Mäder-Pferde gewinnen in Hamburg

Zufrieden und auch glücklich saß die Krefelder Trainerin Erika Mäder am Samstag bei den insgesamt 36 Geister-Rennen ohne Publikum auf der Galopprennbahn in Hamburg auf einer der Gartenbänke vor der großen, denkmalgeschützten Haupttribüne an der vielbefahrenen Rennbahnstraße des Arbeitsviertels Horn.

Im Jahre 1987 hat ihr Ehemann Lutz Friedemann im Sattel des Hengstes Lebos für die Solinger Bäckerfamilie Lützenkirchen hier das Deutsche Derby gewonnen. Das ist lange her, Lutz Mäder (69) hat seine erfolgreiche Jockeylaufbahn längst beendet. Aber er sitzt noch jeden Morgen im Sattel, und zu seinen Lieblingen zählt die Stute K Club, die mit Martin Seidl zum Auftakt des Meetings das Europa-Gruppe-III-Rennen um den Lotto Hamburg-Preis gewann. Die Sprinterin mit dem „dicken Hintern“ ist ein Lieblingspferd des ehemaligen Spitzen-Sattelkünstlers, und auch die Trainern schwärmte beim Kaffee mit der langjährigen Futtermeisterin Ute Thiele: „Es ist einfach ein Genuss, ein solches Pferd im Stall zu haben.“

Die Laune des Teams war bestens, denn eine Stunde vorher war ihr in Hamburg der zweite Sieg gelungen. Der dreijährige Hengst Ken Red gewann beim fünften Versuch zum ersten Mal  eher unerwartet für die Wetter als 200:10-Außenseiter. Die Trainerin war erwartungsgemäß nicht ganz so überrascht: „Wir hatten schon gehofft, dass er nach vorne läuft.“ Er lief sogar ganz nach vorn und bescherte ihr nicht nur den Erfolg als Züchtern des Pferdes (in Frankreich), sondern auch als Mehrheitsbesitzerin. Thorsten Schnitzler aus Düsseldorf ist der Mitbesitzer des Hengstes, den Erika Mäder auf der Auktion in Iffezheim anbot, aber für die geforderten 10 000 Euro fand sich kein Käufer. Deshalb behielt sie ihn selbst, und mit Schnitzler fand sich eher zufällig ein Interessent. Der Vater von Ken Red ist der in Frankreich tätige Deckhengst Red Dubawi, mit dem Erika Mäder einst große Rennerfolge feierte. Die Vita von Ken Red ist eine der typischen Geschichten dieser Szene, in der sich viele Mosaiksteine immer wieder zusammenfügen. Drei Starts, zwei Siege: Zufrieden trat Erika Mäder am Sonntagmorgen um 4 Uhr die Heimreise an.

Andre Best erhält viel Applaus
für seine Auftritte

Ähnlich verhielt es sich beim Krefelder Jockey Andre Best. Nach dem Volltreffer mit Orihime am Freitag folgten zwei Siege mit Almer Ater und Boy Charlton. Es gab viel Applaus für den 50-jährgen Routinier von den wenigen auf der großen Anlage zugelassenen Betrachtern der Geister-Rennen.

Im Derby am Sonntag lag Best mit Kellahen lange Zeit an der Spitze des Feldes, wurde aber im Einlauf „geschluckt“. Am Ende ging es für Best auf Kellahen als 15. ins Ziel beim 151. Deutschen Derby in Hamburg-Horn. Es siegte In Swoop. Im Sattel saß Ronan Thomas.