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Krefelder laufen im Stadtwald gegen Rasssismus und Fremdenhass

Aktion : Krefelder laufen im Stadtwald gegen Rassismus

Im Stadtwald haben am Freitagnachmittag rund 40 Läufer an einer bundesweiten Aktion teilgenommen. Sie setzten damit ein Zeichen gegen Fremdenhass.

Als es um 16.45 Uhr losging, setzte sich die Gruppe an Läufern langsam in Bewegung. Vom Biergarten am Stadtwaldhaus entlang der Außenwege quer durch den Krefelder Stadtwald. Rund 40 Läufer waren am Freitagnachmittag gekommen. Nicht nur, um sich ein wenig die Beine zu vertreten und sportlich aktiv zu sein – viel mehr ging es der Gruppe darum, für etwas einzustehen. „Zehn Kilometer gegen Rassismus und Fremdenhass“ lautete das Motto, unter dem sich die Läufer versammelt hatten. Auf Initiative des Vereins Seidenraupen Krefeld sprach sich die Idee in den vergangenen Tagen schnell herum. Ob auf Facebook oder per Whatsapp, viele der aktiven Läufer bekamen Wind von der Aktion und entschieden sich spontan dazu, daran teilzunehmen.

„Wir haben es erst Dienstag oder Mittwoch öffentlich gemacht, von daher bin ich schon überrascht, wie viele zusammengekommen sind“, sagt Manuel Kölker von den Seidenraupen, der den Lauf organisiert hat. Ursprünglich stammte die Idee vom Trail-Magazin. Die Zeitschrift ist als führendes Blatt für Trail-Running deutschlandweit bekannt und rief in Person von Chefredakteur Denis Wischniewski die Aktion vor einigen Wochen in München ins Leben, schrieb auf ihrer Seite: „Lasst uns diese zehn Kilometer für eine offene Gesellschaft, für Vielfalt und gegen rechte Gedanken und Rassismus laufen. Laufsport und Trailrunning ist Bewegung und eine Bewegung für alle Menschen, Nationen und Ethnien.“

Kölker war von der Idee begeistert und trat daraufhin mit Wischniewski in Kontakt und fragte an, ob ähnliches auch in Krefeld stattfinden kann. Schnell entwickelte sich eine bundesweite Aktion, neben München und Krefeld fanden gleiche Läufe auch in Hamburg und Brühl statt. Während die Läufer in München entlang der Isar auch über einige Hügel und Berge liefen, entschied sich Kölker in Krefeld für den Stadtwald. „Ich hatte auch überlegt, beispielsweise zum Hülser Berg zu gehen, aber das wäre dann vielleicht schon wieder ein wenig zu außerhalb gewesen. Die Strecke im Stadtwald ist da zentraler und zudem kennen sie die meisten Läufer ohnehin“, sagt Kölker.

Auf Schnelligkeit kam es
bei dem Lauf nicht an

Die ausgegebenen zehn Kilometer waren dabei eher symbolisch zu verstehen. Entlang der Außenwege belief sich eine Runde auf rund fünf Kilometer. Wer noch Luft hatte, konnte auch eine zweite oder gar dritte Runde laufen. Auf Schnelligkeit kam es nicht an, viel mehr stand der Spaß an der Sache im Vordergrund. „Ich habe gestern Abend erst per WhatsApp von der Aktion erfahren“, sagt Sebastian Dittrich, der in seiner Freizeit zwar oft die Laufschuhe schnürt, dabei aber meistens in seiner Heimat in St. Tönis bleibt. „Ohne groß zu wissen, wie genau das alles abläuft und wo es langgeht, bin ich einfach mal vorbeigekommen, weil mir das Statement hinter der Sache einfach gefällt“, erklärt Dittrich.

Neben ihm sprachen sich auch viele Laufgruppen ab, legten neben ihrem wöchentlichen Lauf noch ein paar zusätzliche Kilometer ab. Frank-Peter Seume sagt: „Normalerweise laufen wir immer Dienstagsabends, aber die Idee ist einfach klasse, da haben wir uns entschieden auch heute eine Einheit einzulegen.“ In der Mittagspause holte Seume schnell seine Sachen und kam nach der Arbeit sofort in den Krefelder Stadtwald. Das Entwickeln von Freundschaften und neuen Bekanntschaften ist auch für Kölker einer der wichtigsten Dinge am Laufsport. „Wir Läufer wissen, wie international der Sport ist und wie schön es ist, anderen Leuten die eigene Strecke zu zeigen.“

Aus Sicherheitsgründen meldete Manuel Kölker die Veranstaltung im Vorfeld an, die Polizei legte den Läufern aber keine Steine in den Weg und stimmte sofort zu.