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Krefelder Fechter auf dem Weg zurück zur Normalität

Fechten : Zurück zur Normalität

Seit einigen Tagen fährt der FCK das Training in der Halle wieder vorsichtig hoch. Noch dürfen die Duschen und Umkleideräume nicht genutzt werden und das Training findet in Kleingruppen statt.

Die Corona-Pandemie sorgte bei den Fechtern des FC Krefeld zunächst einmal für Verunsicherung. Einige Schützlinge von Cheftrainer Lajos Csire hatten sich für nationale und internationale Wettbewerbe und Meisterschaften qualifiziert – allen voran Paul Veltrup und Keanu Nagel. Die beiden Ranglistenersten ihrer Altersklassen (Junioren bzw. A-Jugend) haben nach wie vor die Tickets für die Weltmeisterschaften in Salt Lake City in der Tasche. Doch ob diese kontinentalen Titelkämpfe noch in diesem Jahr stattfinden werden, steht nach wie vor in den Sternen.

Zunächst trainierten die FCK-Degenfechter noch bis zur Schließung der Sportanlagen, aber mit dem Shutdown wich die Verunsicherung einer nüchternen Gewissheit. So blieb Trainer Csire nur, seinen jungen Fechtern Trainingspläne mit auf den Weg zu geben.

An derartige Vorgaben halten sich die Schüler und Studenten mit unterschiedlicher Intensität. Veltrup beispielsweise, der nicht nur bei den Junioren, sondern auch immer mehr bei den Senioren antritt, nahm die „Hausaufgaben“ besonders ernst. Unterstützt wurde er dabei von seinem Athletik-Trainer Marco Giorgio, der lächelnd bemerkt: „Paul ist so athletisch wie noch nie. Er ist im Moment körperlich eine Maschine.“ Was ihm ebenso wie allen anderen Fechtsportlern aktuell fehlt, ist die Wettkampfpraxis.

Veltrup ist jemand, der die Dinge überwiegend positiv sieht: „Ich stecke mitten im Abitur, was ja auch der Fall gewesen wäre, wenn ich das Training, die Wettkämpfe und Meisterschaften in vollkommen normalen Umfang absolviert hätte. Somit habe ich definitiv etwas weniger Abitur-Stress.“ Sportlich war der zweite Platz beim Junioren-Weltcup-Turnier in Basel bisheriger Saisonhöhepunkt für den 19-jährigen Grefrather. Die Silbermedaille ist für den Deutschen Fechter Bund der erste Einzelerfolg im Herrendegen bei einem Junioren-Weltcup seit vier Jahren. In der FIE-Weltrangliste rangiert der Abiturient nach der jüngsten Aktualisierung nun auf Platz acht.

Seit einigen Tagen fährt der FCK das Training in der Halle wieder vorsichtig hoch. Noch dürfen die Duschen und Umkleideräume nicht genutzt werden und das Training findet in Kleingruppen statt. „Aber unsere Fechter haben schon ordentlich Nachholbedarf und freuen sich auf Normalität im Training“, sagt Csire. Auch für ihn, der ein „alter Hase“ im Fechtsportgeschäft ist, ist die aktuelle Situation nicht ohne weiteres zu managen. „Wir müssen bereits die nächste Saison im Blick haben, also langfristig planen.“

Beispielsweise wird Paul Veltrup im Junioren- und im Senioren-Weltcup an den Start gehen. Das bedeutet ein hohes Maß an Weitblick und logistischer Planungsarbeit. Das Budget für die vielen Reisen zu den Turnieren in der ganzen Welt steht und wird überwiegend durch die Eltern des größten deutschen Nachwuchstalents im Degenfechten bestritten. Nach dem Abitur würde Paul Veltrup gern zur Sportfördergruppe der Bundeswehr gehören.