Krefeld Pinguine: Wie man Spiele verliert

Krefeld Pinguine: Wie man Spiele verliert

Die Pinguine präsentieren zum Jahreswechsel vor der Rekordkulisse ein irrwitziges Spiel — 1:2-Rückstand, 4:2-Führung, 4:5-Niederlage.

Der mildeste Jahresübergang seit Jahren, doch bei den Pinguinen wollte niemandem so richtig warm ums Herz werden an diesem Abend vor Silvester. Trainer Rick Adduono hatte „keine Antwort, warum wir die Verlängerung verloren haben“. Sportdirektor Matthias Roos befand schmallippig: „Das Spiel ist ein Spiegelbild unserer gesamten Saison.“ Und Kapitän Adrian Grygiel meinte: „Wenn Du fünf Minuten vor Schluss 4:2 führst, müssen die Punkte hierbleiben.“

Foto: Dirk Jochmann

Die Mannschaft aber fand nach 1:2-Rückstand und einer 4:2-Führung wieder mal einen Weg, auch dieses Spiel gegen Iserlohn noch zu verlieren. Das 4:5 in der Verlängerung ist der moralische Tiefpunkt eines Jahres, weil zwar wieder einmal ein Spiel das gewohnte Ende nahm, der Spielverlauf aber dramatisch war und zehn Minuten vor Ende niemand das so vorherzusehen vermochte.

Die Pinguine gehen in der 51. Minute mit 4:2 in Führung — nach langem Videobeweis, haben mit drei Toren im Schlussdrittel das 1:2 gedreht. Sie haben das Momentum auf ihre Seite gezogen, Iserlohn war zu dem Zeitpunkt kaum mehr physisch anwesend im Spiel. Es deutet alles auf einen versöhnlichen Jahresausklang, auf die benötigten drei Punkte und die Verringerung des Punktabstandes zu Platz zehn hin. Und das alles vor der Jahres-Rekord-Kulisse von 6 345 Zuschauern.

Dann aber beginnt mit einem Glücksschuss der Iserlohner zum 3:4 das große Zittern, dass zehn Minuten später nur noch Enttäuschung, Fassungslosigkeit und Wut zurücklässt.

13 Mal haben die Pinguine jetzt eine Verlängerung gespielt und zehn Mal hat der Gegner den Zusatzpunkt eingesteckt. Da müssen sich neben den Profis auch die Trainer hinterfragen. An mangelnder Qualität kann es nicht liegen, weil ja nur drei bis vier Trios in der Verlängerung auf dem Eis spielen — und in der Spitze sind die Pinguine gut besetzt.

Nicht ganz glücklich lag Adduono auch mit dem Wechsel im Tor. Patrick Klein war nach dem Wolfsburg-Spiel auf einem Top-Level, in Nürnberg hätte er nicht spielen müssen — dort, im Fränkischen, ging es alleine um Bonuspunkte. Iserlohn war wichtig. Das Knackspiel. Da verzichtet Adduono auf Klein, entschied sich für Pätzold, der in dieser Saison mittlerweile zwar ein Spiel gewonnen hat, aber vor dem Iserlohn-Spiel bei 13 Niederlagen — davon acht für die Pinguine — war. Pätzold spielt gut, gewinnt aber wenig. Das ist auch eine Kopfsache, für ihn und die Mannschaft. Und — Pätzold hatte beim 1:5 in Iserlohn Ende November schon viele Treffer geschluckt.

Aber — allem Anschein nach scheint es, wenn nicht egal, zumindest beliebig zu sein, was und wie entschieden wird. Denn die Bilanz der Pinguine belegt: Sie spielen konstant unter dem Mittelmaß. Das dokumentiert unsere Grafik zur Bilanz — vor und nach dem Deutschland-Cup.