Krefeld Pinguine: Roos ist jetzt auch Trainer

Krefeld Pinguine: Roos ist jetzt auch Trainer

Der Sportdirektor und Geschäftsführer der Pinguine hat einen weiteren Job — er ist gegenüber dem DEB der Trainer des Clubs mit A-Lizenz. Und die braucht es in der DEL.

Es war später Nachmittag, als Matthias Roos am Mittwoch einen weiteren Job bei den Krefeld Pinguinen übernommen hat. Die Mail des Sportdirektors und Geschäftsführers der Krefelder ging an den Deutschen Eishockey Bund. Und damit ist Roos auch der gemeldete Trainer mit entsprechender Lizenz des Clubs für die Saison in der Deutschen Eishockey Liga. Es war der Stichtag beim Verband, das schriftlich zu dokumentieren. Das gab es bei den Pinguinen noch nie — einer ist Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer in Personalunion.

Nun muss sich Cheftrainer Brandon Reid wenig Sorgen um seinen Job machen. Schließlich ist er die Wahl Roos’. Aber in Verbänden bedarf es eben auch einiger Regeln und Formalien. Und die besagen — in der DEL braucht es die Trainer-A-Lizenz. Roos hat sie. Reid hat eine kanadische, wie auch sein Assistent Pierre Beaulieu. Auf dem offiziellen Spielberichtsbogen im ersten Heimspiel gegen Bremerhaven am 14. September wird hinter der Bezeichnung Trainer eben der Name Matthias Roos stehen. Roos sagt: Wir nutzen jetzt meine Lizenz.“

In dem ganzen Verfahren haben die Pinguine schon Routine. Denn als Rick Adduono im Dezember 2016 Franz Fritzmeier abgelöst hatte, hieß auf dem Spielberichtsbogen der Trainer offiziell Ville Vaija. Der war Adduonos Co-Trainer. Mit der richtigen Lizenz. Adduonos war abgelaufen, er musste erst zwei Auffrischungs-Lehrgänge beim DEB machen, um ab Herbst des vergangenen Jahres wieder mit Namen auf dem Spielberichtsbogen auftauchen zu können. Zwischenzeitlich stand daher zu Saisonbeginn vor einem Jahr auch Assistent Marian Bazany als Cheftrainer notiert. Und es wird mutmaßlich noch eine Weile dauern, bis Brandon Reid oder eben Pierre Beaulieu offiziell Cheftrainer auf dem Spielberichtsbogen sein können. Hektische Betriebsamkeit ist nicht angebracht beim Verband.

Der DEB prüft die kanadische Lizenz beider Trainer jetzt, um zu entscheiden, wie hoch sie nach deutschen Statuten einzuordnen ist — entweder als B- oder als A-Lizenz. Sollte es eine B-Einstufung werden, erhalten beide eine A-Gastlizenz. Dann heißt es irgendwann wieder die Schulbank drücken und sich aufmachen zum Lehrgang — wie Adduono seinerzeit.

Beim 7:4-Erfolg im Testspiel in Köln war Roos bereits mit dem Trainerteam zusammen auf der Bank, am Freitag in Iserlohn wird es wieder so sein. Oder der Schiedsrichter erklärt sich, wenn Roos die Situation schildert, damit einverstanden, dass der sich auf die Tribüne setzen darf. Schau’n mer mal.

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