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Krefeld: Martinscross und viele Silvesterläufe fallen aus

Laufsport : Martinscross und viele Silvesterläufe fallen aus

Die erste schlechte Nachricht für die vielen Läufer in der Krefelder Region: Der Martins-Crosslauf von Preussen Leichtathletik am Sonntag auf der Hubert-Houben-Kampfbahn wurde wegen Corona kurzfristig abgesagt.

Immerhin hätten 300 der wegen strenger Hygiene-Maßnahmen nur zugelassenen Läufer wieder um die leckeren Weckmänner aus der Hand von St. Martin wie schon seit Jahrzehnten in Krefeld laufen sollen. Die steigenden Coronazahlen lassen die beliebte Veranstaltung nicht zu, die die Preussen 2018 vom CSV Marathon geerbt hatten.

Auch Lauftraining in Gruppen
ist derzeit verboten

Die noch schlimmere zweite Nachricht: Auch das beliebte Lauftraining in der Vereinen und in den vielen Lauftreffs ist bis zum 30. November nicht mehr möglich. Vielleicht werden die Läufer sogar noch länger auf ihre Trainingseinheiten mit ihren Kumpels verzichten müssen. Bislang dürfen nur Kaderathleten wie die jungen Mittelstreckler aus der Gruppe von Udo Krumm beim SC Bayer 05 Uerdingen trotz Amateursport-Lockdown trainieren. Der erfolgreiche Trainer „darf“ am Löschenhofweg mit drei aus seiner 20 Läufer umfassenden Gruppe weiter trainieren – wie mit der 15-jährigen Hannah Odendahl, dem 16-jährigen Kai Muty (Sechster der U 18 DM im 800-Meter-Lauf) und der 17-jährigen Pia Szymanowski (Fünfte der U 18 DM im 1500 Meter-Lauf). Muty und Szymanowwski gehören dem NRW-Landeskader an. Odendahl wurde wegen ihres herausragenden Ergebnisses (2:13,72 Minuten über 800 Meter in der U 16) sogar schon in den Nationalkader zwei berufen, der für internationale Events wie Welt- oder Europameissterscaften trainiert.

Sieben von 20 geplanten Läufen an Neujahr fallen sicher aus

Die übrigen 17 Läufer aus der Traininsgruppe von Krumm müssen wie schon im Frühjahr für sich allein trainieren, wobei sie aus der Ferne vom Uerdinger Trainer betreut werden. „Meine Läufer hoffen alle, dass es nach dem 30. November wieder ein Vereinstraining geben kann,“ sagt Krumm und weiß natürlich, „dass besonders die sozialen Beziehungen in seiner großen Gruppe sehr wichtig für alle sind. Für viele jungen Läufer sind nun die nächsten Wochen sehr schwierig. Besonders die Motiavation zu anstrengenden schnellen Trainingsläufe dürften schwerer fallen. Die Läufer fragen sich natürlich, warum sie überhaupt trainieren sollen, wenn es keine Wettkämpfe gibt,“ so der Trainer.

Die Hoffnung bleibt, dass es zumindest ab Januar draußen wieder Laufveranstaltungen gibt, bei denen man sich im Wettkampf messen kann. Aber schon für Dezember wurden  viele Veranstaltungen gestrichen, wie auch der 50. Silvesterlauf des DJK VfL Forstwald. Schon vor zwei Wochen hatten die Forstwalder wegen Corona kapituliert: „Wir wollten wegen der sehr strengen Hygiene-Vorschriften keinen seelenlosen Wettkampf anbieten,“ sagte die 1. Vorsitzende Sandra Rohwedder.

Von den bisher geplanten 20 Silvesterläufen in NRW sind bereits sieben abgesagt. Die Läufer rechnen mit weiteren Ausfällen, da sich die weitere Verbreitung des Virus nicht abschätzen lässt. Seit dem Frühjahr sind in NRW schon 98 Prozent aller Laufveranstaltungen wegen der Pandemie ausgefallen, darunter die ganz großen City-Marathons in Düsseldorf, Köln und Duisburg mit bis zu 20 000 Läufern. In Düsseldorf hatten immerhin 16 000 Läufer die Möglichkeit zu einem virtuellen Marathon, jeder für sich mit der GPS-Uhr ganz allein und mit einer Finishermedaille als Anerkennung für die besondere Situation in der „Einsamkeit des Langstreckenläufers“.