Rollstuhl-Basketball Bei den Basket Bears spielen behinderte und nicht-behinderte Sportler

Krefeld · Die inklusive Krefelder Mannschaft spielt in der Oberliga, das Ziel dort ist der Klassenerhalt.

Die Mannschaft der Basket Bears besteht aus Männern und Frauen. Außerdem spielen behinderte und nicht-behinderte Sportler zusammen.

Die Mannschaft der Basket Bears besteht aus Männern und Frauen. Außerdem spielen behinderte und nicht-behinderte Sportler zusammen.

Foto: Ja/Jochmann, Dirk (dj)

Basketball ist in Deutschland nach dem sensationellen Sieg bei der Weltmeisterschaft im Herbst in aller Munde. Auch in Krefeld gibt es mehrere Teams, die erfolgreich auf Körbejagd gehen. Ein Team aus Krefeld sind die Rollstuhl-Basketballer der IG Basket Bears 05. Das inklusive Team aus der Seidenstadt spielt seit dieser Saison in der Rollstuhl-Basketball-Oberliga. Die Westdeutsche Zeitung hat sich beim Training in der Bischöflichen Maria-Montessori Gesamtschule einmal umgesehen.

Trainer Sven Kaiser: „Der ganze Verein lebt und denkt inklusiv“

Schnelle Bewegungen, genaue Absprachen und ein Korb nach dem nächsten. Im Training ist bei den Basket Bears das Tempo von Beginn an hoch. Die Mannschaft besteht aus  17 Spielerinnen und Spielern. Das Besondere in der Mannschaft: es handelt sich bei den Krefeldern um eine inklusive Mannschaft, das bedeutet, dass auch Nicht-Behinderte Sportler in der Mannschaft spielen. Außerdem spielen sowohl Männer als auch Frauen in der Mannschaft. „Der ganze Verein lebt und denkt inklusiv. Im Bereich der Sportler als auch bei der Vorstandsarbeit agieren behinderte und nicht-behinderte Menschen zusammen. Dies bringt nicht nur Wertschätzung gegenüber allen, sondern hilft auch dabei, den Horizont zu erweitern“, sagt Trainer Sven Kaiser. Im Gespräch mit der WZ am Rande des Trainings berichtet Kaiser, der selbst aktives Mitglied im Team der Basket Bears ist: „Unser Team lebt vom Miteinander. Wir alle kämpfen für ein gemeinsames Ziel. Ich wage zu behaupten, dass die Zwischenmenschlichkeit, das Miteinander, das Füreinander, mehr gelebt wird als es in anderen Sportarten und Vereinen gelebt wird.“

Die Krefelder sind nach einem souveränen Aufstieg aus der Landesliga nun in der Oberliga angekommen. Dort ist der Klassenerhalt als klares Ziel ausgegeben worden. „Wir sind frisch in der Liga angekommen. Nun gilt es erst einmal Erfahrung zu sammeln. Unser Team ist noch sehr jung, die Klasse zu halten, wäre wirklich klasse“, so der Trainer weiter. Aktuell stehen die Basket Bears in der Tabelle auf dem siebten von acht Plätzen. Sechs Spiele haben die Rollstuhl-Basketballer absolviert, zwei Punkte sind dabei herausgesprungen. Kein Grund zur Sorge, schließlich hat der Drittplatzierte RBC Köln 99ers gerade einmal zwei Zähler mehr auf dem Konto. Die Oberliga ist bereits in der Winterpause, im Februar stehen die nächsten Spiele für Krefeld auf dem Programm.

Damit man in der Oberliga bestehen kann, fahren die Sportlerinnen und Sportler vier Stunden in der Woche über das Parkett der Sporthalle. Kaiser sieht bei seiner Mannschaft noch viel Potenzial: „Durch die neue Liga müssen wir noch mehr auf die kleinen Details achten. Im Training funktionieren die Abläufe schon sehr gut, im Spiel fehlt es uns noch an der Entschlossenheit, das abzurufen, was wir können.“ Im Training ist schnell erkennbar, dass die Chemie im Team stimmt. Die Stimmung auf dem Platz ist gut. „Wir haben in den letzten Jahren ein nahezu blindes Verständnis für den Mitspieler entwickelt, darauf sind wir wirklich stolz“, freut sich Kaiser.

Seit 2004 gibt es die Mannschaft aus Krefeld bereits. Was zunächst nur als AG an der Maria-Montessori Gesamtschule geplant war, entwickelte sich durch große Nachfrage schnell zu einem eingetragenen Verein. Am 19. November 2005 wurde der Verein, der Basket Bears offiziell gegründet. Damit der Verein weiter wachsen und auch sportlich auf hohem Niveau trainieren und spielen kann, hat die Sparkassen-Stiftung den Verein mit drei Sportrollstühlen im Wert von 11 600 Euro gefördert. Außerdem bekam der Verein eine 24-Sekunden-Anzeigetafel von der Stiftung. Die Angriffe im Basketball dauern 24 Sekunden. Jochem Dohmen sagte bei der Übergabe im Rahmen des Trainings: „Diese Förderung ist insbesondere im Basketball-Weltmeisterjahr eine schöne Möglichkeit, diesem Sport und den Sportlern unseren Respekt zu zollen.“ Mit der neuen Ausrüstung soll dann im kommenden Jahr gleich der Klassenerhalt in der Oberliga gefeiert werden.

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