Krefeld: Ilay Baris (18) spielt künftig in der Landesliga für Fischeln

Fußball : Ilay Baris – ein Talent für Fischeln

Der 18-Jährige spielt nach einem kuriosen Start in die Karriere künftig fürs Landesligateam.

7. Februar 2015 - für die C-Junioren-Niederrheinliga-Mannschaft des VfR Fischeln um Trainer Damir Salkovic steht der Rückrundenauftakt an. Was folgt, ist eine von vielen Geschichten, die „nur der Fußball schreibt“ – allerdings mit einer einzigartigen Handlung.

Trainer Salkovic plagen kurzfristig Personalsorgen. Ilay Baris, der in der C2 der Fischelner spielt, bolzt mit ein paar Freunden an jenem Samstag auf dem Sportplatz an der Kölner Straße. Salkovic sieht das und ruft den Nachwuchskicker zu sich. Baris soll die C-Junioren an diesem Tag unterstützen. Die notwendigen Sachen hat er dafür nicht dabei. Er setzt sich auf sein Fahrrad, fährt zehn Minuten bis nach Hause, holt seine Schuhe und Schienbeinschoner und fährt zurück. „Das war bisher einer der krassesten Momente in meinem Leben“, erinnert sich Baris noch heute mit einem Lächeln.

Eine Torvorlage beim
Debüt gegen Kapellen

Baris malt sich auf der Rückfahrt zum Sportplatz aus, wie sein Debüt sein könnte, ob er wohl eingewechselt wird? Die Gelegenheit, sich weitere Szenarien auszumalen, hat er aber nicht lange: Er steht in der Startaufstellung. Baris: „Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.“ Der VfR Fischeln gewinnt die Partie gegen den SC Kapellen-Erft mit 3:0, Baris leistet eine Torvorlage. Von da an war er kein C2-, sondern C1-Spieler. Heute sagt der 18-Jährige: „Das war der Moment, ab dem ich den Fußball ernster genommen habe und mir bewusst wurde, dass für mich noch mehr möglich ist. Auch wenn mein erster Niederrheinliga-Einsatz ein glücklicher Zufall war.“

Knapp viereinhalb Jahre später hat Baris gerade seine letzte Junioren-Saison beendet. Mit der U 19 konnte er den direkten Klassenerhalt in der Niederrheinliga feiern. Dabei gehörte er zu den Leistungsträgern – 23 Einsätze und vier Tore lautet seine Bilanz. Bereits im Jahr zuvor gehörte er dem Niederrheinliga-Kader an, der ebenfalls den direkten Klassenerhalt schaffte. Mit den B-Junioren wurde er zweimal Meister in der Kreisleistungsklasse. „Eine Meisterschaft mit den B-Junioren hätte ich natürlich gerne gegen einen Aufstieg eingetauscht, aber auch so, denke ich, war die Saison erfolgreich, und vor allem habe ich mich in jedem Jahr weiterentwickelt“, blickt Baris zurück.

Seine Entwicklung soll er zukünftig in der Landesliga-Mannschaft der Fischelner fortsetzen. Er ist einer von sieben A-Jugendspielern, die der neue VfR-Trainer Karl-Heinz Himmelmann zum Trainingsauftakt begrüßen wird. Für seine Zeit als Seniorenspieler setzt sich Baris ehrgeizige Ziele: „Ich möchte das Maximale aus mir heraus holen, mein Talent nicht verschwenden und möglichst oft aufsteigen und Meister werden.“ Gleichzeitig weiß er, was er im Seniorenbereich noch verbessern muss: „Ich muss körperlich zulegen und besser in der Rückwärtsbewegung werden.“

Gelingt Baris der Durchbruch, könnte er nach Alexander Lipinski, Simon Kuschel sowie den Gerdts-Brüdern Simon und Felix der nächste VfR-Akteur werden, der einen längeren Teil seiner Jugend in Fischeln verbrachte und in jüngster Vergangenheit für die erste Mannschaft des VfR Fischeln auflief. Dabei hebt sich Baris von den Genannten nochmal ab. Er hat bis heute nie die Schuhe für einen anderen Verein geschnürt.

2007 wurde er Mitglied beim VfR und startete seine Karriere in der F-Jugend mit seinem Vater Ferdi als Trainer. Baris spielte zu Beginn seiner Fußballerlaufbahn meist in der zweiten Mannschaft seines Jahrgangs. Von Anfang an gehört immer zu den Top-Torschützen seines Teams. Zwei Ereignisse sind Baris besonders in Erinnerung geblieben: „In der E-Jugend sind wir Meister geworden – und ich wurde bei einem Turnier in Uerdingen zum Spieler des Turniers gewählt.“

Baris’ Entwicklung spricht für die Ausbildungsarbeit der Fischelner Jugendabteilung. Dieser gehört auch Semih, sein jüngerer Bruder, an. Er spielt in der der E-Jugend und wird ebenfalls von Vater Ferdi trainiert. Beste Vorzeichen für einen ähnlichen Werdegang.

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