Handball Die Mängelliste der HSG

Krefeld · Die HSG Krefeld Niederrhein hinkt wieder einmal den eigenen Ansprüchen hinterher.

 HSG-Trainer Mark Schmetz ist mit seiner Mannschaft vom Kurs abgekommen.

HSG-Trainer Mark Schmetz ist mit seiner Mannschaft vom Kurs abgekommen.

Foto: Samla Fotoagentur/samla.de

Die HSG Krefeld Niederrhein steckt in einer sportlichen Krise: Den ersten Tabellenplatz, als Saisonziel von Trainer Mark Schmetz vor der Saison selbstbewusst ausgegeben, hat der Niederländer gegenüber der WZ bereits abgeschrieben. Selbst der zweite Tabellenplatz in der Süd-Weststaffel der 3. Handball Bundesliga wackelt, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es beim ambitionierten Drittligisten alles andere als rund läuft. Nach der zweiten Saisonniederlage mit 30:37-Toren bei der HG Saarlouis schlug HSG-Geschäftsführer André Schicks Alarm - alles und jeder stehe auf dem Prüfstand.

Die Überzeugung zum Spitzenteam fehlt.

Die Mannschaft von Trainer Mark Schmetz zeigte sich im Saarland, wie bei der ersten Niederlage in Ferndorf und bei den Auswärts-Unentschieden in Hanau sowie gegen die Bergischen Panther, nicht als echtes Spitzenteam. Allein mit der Devise, mit hohem Tempo nach vorn alle Spiele gewinnen zu wollen, ist kein Blumentopf zu holen. Vielmehr fehlt etlichen Spielern die Überzeugung, ja der unbedingte Wille, ganz nach oben zu wollen, scheinbar reicht einigen die Topposition in der 3. Liga. Stattdessen ist die Süd-West-Meisterschaft gegen Ferndorf wegen der Unentschlossenheit und der fehlenden Gier schon einen Spieltag vor Ende der Hinrunde mit fünf Punkten Rückstand verspielt. Längst hat das Team um Kapitän Christopher Klasmann den zweiten Tabellenplatz akzeptiert, der immerhin zur erneuten Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigt. Auch Team-Manager Stefan Meler warnte frühzeitig vor einer Wiederholung der Vorsaison. Damals fiel das Schmetz-Team vor Weihnachten schon in ein tiefes Leistungsloch, war selbst im neuen Jahr nicht erholt. Der Zweikampf mit Tabellenführer TV Emsdetten ging verloren, stattdessen musste lange um den zweiten Tabellenplatz hart gekämpft werden.

Eine Stammsieben
ist nicht in Sicht

Die Kritik mehrt sich, dass Trainer Mark Schmetz aus seinem breiten und leistungsstarken Kader keine Stammsieben etabliert hat. Immer wieder verändert der Niederländer die Anfangsformation. Mittlerweile ist der 46-Jährige gezwungen, zu experimentieren, seitdem der routinierte Torjäger Kevin Christopher Brüren mit Mittelhandbruch ausfällt und erst in drei Monaten wieder mit dem Training beginnen kann. Doch der erst 20-jährige Robert Krass scheint als Ersatz noch überfordert, Routinier Maik Schneider, nach langer Verletzung, längst nicht in Bestform. Etliche Spieler wirken zudem wegen der vielen Veränderungen im Spiel verunsichert. Statt Verantwortung zu übernehmen, wird der Ball im Rückraum an Mitspieler weitergeleitet. Selbst die Nachfolge von Ex-Spielmacher Merten Krings ist nicht eindeutig geklärt. Neben Lukas Hüller und Jörn Persson, die im Wechsel spielen, könnte Tim Claasen, nach einjährigem krankheitsbedingten Ausfall, auf die Regie im HSG-Team Anspruch erheben. Für einen Stammplatz empfiehlt sich derzeit allein Rechtsaußen Mike Schulz.

Die Abwehr ist alles
andere als ein Bollwerk

Mit 422 Gegentoren belegt die HSG im Vergleich mit den Mannschaften auf einem einstelligen Tabellenplatz nur den ernüchternden siebten Tabellenplatz. Die Abwehr mit dem Torwartgespann Sven Bartmann und Lasse Hasenforther kassierte im Durchschnitt mehr als 30 Gegentore. Kein akzeptabler Wert für ein Spitzenteam mit Ambitionen. Tabellenführer Ferndorf kassierte nur 361 Tore, kommt auf einen Durchschnitt von 25 Treffern pro Spiel. Zum Saisonstart führte Trainer Schmetz neben der defensiven 6:0-Formation, die offensive 5:1-Aufstellung ein. Damit sollte die HSG-Abwehr die Gegner frühzeitig zu Fehlern verleiten. Doch die Gegner fanden die dadurch entstandenen Lücken. Das Zusammenspiel zwischen Innenblock und Torhütern ist absolut verbesserungswürdig.

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