Knatsch in der A-Jugend-Kooperation

Handball : Scheitert die A-Jugend-Kooperation Neuss-Königshof?

Vor dem 26:27 im Pokal gegen Bad Schwartau schwächt Neuss das Team, um seine zweite Mannschaft zu stärken.

Es knirscht gewaltig hinter den Kulissen des A-Jugend-Bundesligateams von Adler Königshof, das immerhin um den Titel des DHB-Pokalsiegers spielt. Die einst schriftliche fixierte und als Meilenstein in der Nachwuchsarbeit am Niederrhein gepriesene Zusammenarbeit zwischen dem Neusser HV und den Rhein Vikings auf der einen Seite und Adler Königshof zeigt deutlich Risse.

Adler-Jugend-Koordinator Ralf Legermann spricht gar von einem kleinen Skandal: „Unser Kooperationspartner zieht vor dem Heimspiel gegen Bad Schwartau einfach vier Spieler mit Spielrecht für Neuss aus der A-Jugend ab und setzt diese in der eignen Männer-Mannschaft der HSG Düsseldorf/Neuss II ein, um ein sportlich kaum zu rettendes Team über Wasser zu halten. Das nenne ich nicht nur sportlich höchst unfair.“ Es handelt sich um die Spieler Paul Dreyer, Steven Kurth, Ino Ahrens und Lukas Patten. Die Aktion erscheint aus Sicht der Königshofer noch weniger nachvollziehbar, nachdem beim letzten Pokalspiel der A-Jugend in Essen Torjäger Til Klause sich einen Kreuzband im Knie zugezogen hatte und zusätzlich ausfiel.

Legermann will reagieren: „Ich werde mit unserem neu gewählten Vorstand sprechen, wie wir da vorgehen. Denn Adler Königshof steckt eine nicht zu verachtende Finanzsumme in das Projekt.“ Königshof hätte ähnlich reagieren können, musste wegen zu vieler erkrankter Spieler erst vor 14 Tagen das Auswärtsspiel von Adler II in Lank absagen. Die Möglichkeit, auf die Königshofer A-Jugend-Spieler zurück zu greifen, wurde nicht in Betracht gezogen. Über die Neusser Beweggründe gibt es bisher keine offiziellen Aussagen. Das gewünschte Ergebnis gab es auf jeden Fall nicht. Denn der Tabellenletzte unterlag bei der HSG Hiesfeld-Aldenrade mit 23:32.

Auf der anderen Seite zeigte das erheblich geschwächte A-Jugend-Team mit elf Spielern gegen Bad Schwartau einen großen Kampf und unterlag erst in der Schlussphase mit 26:27. Dominic Völl, mit acht Toren hinter Florian Träger mit neun Treffern zweitbester Torschütze, gelang zu Beginn der Schlussminute noch der Anschlusstreffer. ps