KFC verspielt dreimal Führung

KFC verspielt dreimal Führung

Fußball-Regionalligist muss sich in Wattenscheid mit einem 3:3-Remis begnügen.

Ihre Enttäuschung konnten die Fußballer des Regionalligisten KFC Uerdingen nicht verbergen, als sie sich gestern gegen 17 Uhr vom Rasen des Lohrheidestadions gen Kabine machten. Eine Treppe hoch, durch die Glastür, links abbiegen — und am liebsten wohl die vergangenen 90 Minuten schnell hinter sich lassen. 3:3 hatten die Krefelder bei der SG Wattenscheid 09 gespielt, dabei sogar eine dreifache Führung aus der Hand gegeben, allerdings zumindest vorübergehend die Tabellenführung übernommen, weil der Aufstiegsrivale Viktoria Köln nicht spielte.

Das Ergebnis war besonders in zweifacher Hinsicht. Erst zum zweiten Mal in der Saison erzielte die Mannschaft von Trainer Michael Wiesinger drei Treffer in einem Spiel. Zuletzt am 2. September bei Westfalia Rhynern.

Allerdings kassierten die Uerdinger in der Saison auch noch nie drei Gegentreffer in einem Spiel — live vor einem Fernsehpublikum. Die Zuschauer sahen zwei unterschiedliche Gesichter des KFC Uerdingen.

Alle Gegentore fielen aus dem Spiel heraus. Die sonst so stabile Abwehr der Gäste, die das Markenzeichen der bisherigen Saison war, wirkte gestern fragil. Innenverteidiger und Kapitän Mario Erb verfolgte gesperrt das Geschehen von der Tribüne mit bester Sicht auf das Spektakel, das Trainer Michael Wiesinger am liebsten vermieden hätte. „Mario hat sehr gefehlt“, sagte Torwart René Vollath und fügte an: „Wir haben schlecht verteidigt. In den entscheidenden Situationen waren wir nicht da.“

Ähnliches gab auch Rechtsverteidiger Alexander Bittroff zu Protokoll: „Die Gegentore bekommen wir zu einfach. Wir haben die falschen Räume oder die falschen Gegenspieler bewacht, nicht clever genug verteidigt.“

Tanju Öztürk meldete sich krank. Für ihn rückte Kai Schwertfeger neben Connor Krempicki ins defensive Mittelfeld.

Trainer Michael Wiesinger erkannte schon nach 15 Spielminuten, „dass die Mannschaft zu sorglos verteidigte“. Auf beiden Seiten hatte der 45-Jährige „viele Fehler in der Defensive“ beobachtet, musste eingestehen: „Boyamba haben wir nicht in den Griff bekommen.“

Der beste Wattenscheider erzielte das 2:2 kurz nach der Pause, freistehend nach einer Flanke, als die Uerdinger nach einer 2:1-Halbzeitführung minutenlang in ihre eigenen Hälfte zurückgedrängt wurden. Auch das kannte man vom KFC Uerdingen in dieser Spielzeit nicht.

Durch den verspielten Sieg ging fast unter, dass Lucas Musculus mit zwei Treffern, seinem ersten Dopepack für Uerdingen, gehörigen Anteil an der guten Offensivleistung hatte, die langersehnte Treffsicherheit zeigte. Florian Rüter begann links offensiv. Maximilian Beister spielte über rechts 90 Minuten durch. Das war bei ihm zuletzt vor über einem Jahr der Fall gewesen. „Lucas hat die Chance beim Schopf gepackt. Er hat sich belohnt“, freute sich auch Trainer Wiesinger.

Christopher Schorch brachte die Uerdinger früh mit einem Kopfball nach einem Freistoß in Führung. Aber erst nach dem 2:1 durch Musculus spielten die Gäste souverän. Doch bei zwei langen Bällen vor Gegentoren waren die Uerdinger erneut indisponiert, ließen die Gegenspieler alleine stehen.