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KFC: Planung läuft zweigleisig

KFC: Planung läuft zweigleisig

Der Fußball-Oberligist muss sich gedulden, in welcher Klasse er nächste Saison spielt — hofft allerdings, bald Gewissheit zu haben.

Krefeld. Die Fußballer der Sportfreunde Lotte sind Tabellendritter der 3. Liga. Heute Abend empfängt die Mannschaft von Trainer Ismail Atalan im DFB-Pokal Borussia Dortmund. Es geht dabei um den Einzug ins Halbfinale. Das Team aus dem Tecklenburger Land hat in dieser Saison schon für einige schöne Schlagzeilen und Heldengeschichten im Pokalwettbewerb gesorgt. Werder Bremen, Bayer Leverkusen und der Zweitligist 1860 München sind dem Team zum Opfer gefallen. Im vergangenen Sommer erst waren die Sportfreunde in die 3. Liga aufgestiegen. Vor allem aber sind sie eins: das Vorbild von KFC-Trainer André Pawlak. Eine über Jahre gewachsene Einheit.

Der 46-Jährige hat den Auftrag und den Wunsch, mit seiner Mannschaft Ende Mai in die Regionalliga aufzusteigen. Es wäre ein erster Schritt in der Agenda des neuen Präsidenten Mikhail Ponomarev, den KFC Uerdingen wieder zurück auf die große deutsche Fußball-Landkarte zu setzen.

Die Uerdinger liegen auf Kurs, fünf Punkte vor Schonnebeck. Doch noch kann keiner abschätzen, wann die Krefelder ihre Kader-Pläne für die neue Spielzeit umsetzen können. Unklar ist, ob der KFC künftig in der Ober- oder Regionalliga spielen wird. Das macht eine „zweigleisige Planung“ notwendig, wie es Pawlak sagt: „Lotte spielt schon seit Jahren so zusammen wie jetzt. Ich will auch hier eine Mannschaft entwickeln mit der nötigen Demut. Ich bin zudem eher ein Freund davon, Spieler zu holen, die die Liga kennen.“

In erster Linie Altstars als Verstärkungen? Das ist nicht das Grundprinzip des Sportlichen Leiters Pawlak. Aber völlig ausschließen will der KFC-Trainer solch eine Personalie nicht: „Timo Achenbach oder Kai Schwertfeger sind auch Ex-Profis, aber gute Charaktere. Das ist, was zählt.“ Große Umbauten würde Pawlak am derzeitigen Kader ohnehin nicht vornehmen. Das Team soll nur punktuell verstärkt werden. Leute wie Öztürk, Ellguth, Achenbach, Tobor, Wagner oder andere verfügen schon über die nötige Reife für die vierte Spielklasse. Vor allem aber bräuchten die Uerdinger, falls es in die Regionalliga geht, auch noch den einen oder anderen U 23-Spieler. Derer vier wären an jedem Spieltag im 18er-Kader Pflicht, der vor jedem Match nominiert werden muss.

Noch aber sind Gespräche schwierig, weil auch die Gegenseite, die Spieler, zuerst Gewissheit wünschen, bevor sie Verträge unterschreiben. Heißt: Erst muss sicher sein, dass der KFC im nächsten Jahr wirklich in der Regionalliga antritt, ehe die Verstärkungen zusagen. Im Vorjahr war das Vorhaben einfacher. Die Krefelder hatten sich schon im März aus dem Meisterrennen verabschiedet. Sofort begann die Kaderplanung im Hintergrund, auch schon mit Pawlak. Da lief die Saison noch. Der Trainer gibt außerdem zu bedenken: „Der Unterschied von der Oberliga zur Regionalliga sind eigentlich eineinhalb Klassen.“

Fünf bis sechs Spiele wollen die Uerdinger sich noch gedulden, dann müssen allmählich die Weichen gestellt werden. Ein Zweikampf mit Verfolger Schonnebeck bis zum letzten Spieltag wäre für die Planung hinderlich. Das direkte Duell steigt am 29. März.