KFC: Auch die Bank gewinnt Spiele

KFC: Auch die Bank gewinnt Spiele

Trainer Stefan Krämer wechselte mit den beiden Torschützen Lucas Musculus und Johannes Dörfler den Sieg gegen Meppen ein.

Für Lucas Musculus stellten sich die letzten Momente des Fußballspiels gegen den SV Meppen „wie ein Deja-vu dar“. Der Siegtorschütze des KFC Uerdingen fühlte sich an seinen Siegtreffer vor einem Jahr zum 2:1-Erfolg gegen die U23 des 1. FC Köln erinnert. Auch da kam ihm die Jokerrolle zu. Ein Zuspiel genügt, Musculus überlegt nicht lange, schließt sofort ab. „Ich gucke gar nicht, wo das Tor ist“, sagte der Stürmer im Nachgang in der Mixed Zone. Denn einer wie er weiß, wo das Gehäuse steht. Es ist der Torinstinkt, der einen Mann wie ihn auszeichnet. Ein Strafraumstürmer, ein Vollstrecker. Einer, der von der Bank ins Spiel kommt und Partien entscheidet. Besser kann man es sich nicht als Trainer wünschen. KFC-Trainer Stefan Krämer sagt: „Diese Abschlussqualität ist schwer zu lernen. Bei jeder Chance ist es fast ein Tor.“

Musculus war zur Halbzeit ins Spiel gekommen, zusammen mit Johannes Dörfler. Ihr Auftrag lautete: Die Offensive beleben. Und auch Dörfler, der die Rolle von Rechtsaußen Stefan Aigner einnahm, übererfüllte sein Soll. Auch er setzte sich im Strafraum auf engem Raum gegen einen Gegenspieler durch, schoss den Ball ins Eck diagonal gegenüber — 2:2, der Ausgleich. Für Musculus war es der erste Einsatz in dieser Saison, Dörfler kam in jeder der drei Partien der neuen Spielzeit zu Kurzauftritten. Dass es jetzt ausgerechnet die Aufstiegshelden waren, die den 3:2-Sieg gegen Meppen erzwungen haben, kann ein Zufall sein.

Es zeigt aber auch die Qualität, die die Uerdinger noch von der Bank bringen können, fernab der Fähigkeiten früherer Bundesligaprofis. Stefan Krämer hat nach dem Spiel offenbart, dass er eigentlich vorhatte, Stefan Aigner für das Spiel am Sonntag bei 1860 zu schonen. Dann spielte er dennoch. Krämer übte sich später in Selbstkritik, er habe womöglich den einen oder anderen Spieler, der sich am Samstag in Würzburg schon zu sehr verausgabt hatte, nicht aufstellen sollen. Zur Halbzeit korrigierte er die Formation, brachte später auch noch Ali Ibrahimaj für Maximilian Beister. Es fand ein glückliches Ende, auch weil die Reservisten Musculus und Dörfler zündeten. „Durch die Wechsel ist das Spiel gekippt“, sagte Krämer: „Dörfler hat seine Sache sehr gut gemacht. Ibrahimaj hatte viele gute Aktionen. Vielleicht wären diese Wechsel in der Startelf besser gewesen.“

Am Sonntag um 13 Uhr treten die Uerdinger bei Mitaufsteiger 1860 München an. Es könnte gut sein, dass man dort das eine oder andere Gesicht von der Bank in der Startelf findet.

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