KEV bindet alte Spieler um Junge zu motivieren

Eishockey : Die Alten helfen den Jungen

Der Krefelder EV gründet einen Club für ehemalige und verdiente Spieler und Trainer.

An der Wand im Hintergrund hängt eine Tafel mit dem Logo des Krefelder EV. „Heimat, Tradition, Eishockey“ steht darunter. Ein Dreiklang, der in der Fanseele viel Bedeutung hat, Identifikation stiftet.

Im Vordergrund stehen drei Haudegen vergangener Tage im Trikot des KEV und der Krefeld Pinguine, wie die Profimannschaft heute heißt. Uwe Fabig, Herberts Vasiljevs und Remy Wellen tragen ihre Originaltrikots von früher. Drei Generationen haben sich vor der Tafel im Foyer der Yayla-Arena versammelt, auf die sie gleich ihre Paraphe setzen. Sie sind Mitglieder des neuen Alumni-Clubs, den die Pinguine ins Leben gerufen haben. Eine Vereinigung früherer Spieler, Trainer und Altgedienter, die dem Verein nicht verloren gehen sollen, ihre Kontakte und ihren Namen für den guten Zweck zur Verfügung stellen.

Meistertrainer Goring und Ehrhoff sind bereits Mitglieder

„Die Idee haben wir aus der NHL übernommen“, sagt Teammanager Robin Kohl, „Da wird intensiv mit ehemaligen Spielern gearbeitet wird, ältere Spieler werden für Aktionen eingebunden.“ So einen Ehemaligen-Club gebe es innerhalb der Deutschen Eishockey Liga noch nicht. „Da sind wir als Krefeld Pinguine in einer Vorreiterrolle“, sagt Kohl: „Wir stehen aber erst am Anfang.“

100 Ehemalige haben die Initiatoren auf eine Liste gesetzt, laut Ehrenspielführer Uwe Fabig gebe es eine große, positive Resonanz. Ziel sei es, Spendengelder zu sammeln, auch für den Nachwuchs der Pinguine beim Stammverein KEV. Oder auch über Events soziale Einrichtungen finanziell zu unterstützen. Die alte Generation soll der neuen helfen.

Herberts Vasiljevs, früherer Pinguine-Kapitän, der von 1994 bis 1995 und von 2005 bis 2017 im Trikot der Krefelder auflief, sagt: „Ich kenne das aus Nordamerika. Dort sind auch viele frühere Verantwortliche, Spieler und Trainer für den guten Zweck unterwegs. Es ist eine gute Idee, wenn Geld für die kleinen Pinguine zusammenkommt.“ Der Lette war 2007 Spieler des Jahres in der DEL.

Remy Wellen war von 1955 bis 1972 für den Krefelder EV auf dem Eis aktiv. Der Stürmer ist heute 80 Jahre alt. Auch er ist ein Mann der ersten Stunde im Alumni-Club. Früher putzte er Klinken in der Stadt, damit seine Mannschaft die Reise zu den Deutschen Meisterschaft nach Bad Tölz bezahlen konnte. Er sagt: „Jeder hat Beziehungen zu irgendeinem Unternehmer, der Geld locker machen kann.“

Präsident des neuen Clubs ist Uwe Fabig, Ehrenkapitän und Spieler des KEV von 1981 bis 1992. Er feierte 1991 den Aufstieg in die Bundesliga, beendete ein Jahr später seine Karriere auf dem Eis. Er ist sicher: „Mit ehemaligen Namen kann man viel machen. Tradition heißt nicht: Die Asche aufzuheben, sondern das Feuer am Glühen zu halten.“ Fabig ist froh, dass das Thema jetzt angepackt wird.

Mindestens drei Jahre muss ein Spieler das Trikot des KEV oder der Pinguine getragen haben, um in den quasi-elitären Club aufgenommen zu werden. Nicht jeder Legionär findet sich in der Liste wieder. Titelgewinner sind herzlich willkommen. Auch der Meistertrainer von 2003, Butch Goring, sei schon dabei.

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