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Jugendfußball: Malik sucht sein Glück in Venlo

Jugendfußball: Malik sucht sein Glück in Venlo

Mit 14 Jahren spielt der St. Töniser bereits im Ausland. Den Schritt hat der Deutsch-Türke bisher nicht bereut.

Krefeld. Seit Beginn dieser Saison spielt der Tönisvorster Malik Cakmakci beim VVV Venlo. Der Schritt ins Ausland ist für Jugendfußballer eher ungewöhnlich. Für den 14-Jährigen, der beim Spielverein St. Tönis mit dem Fußball begonnen hat, war der Wechsel in die Niederlande keine Frage. In Venlo hat er sich innerhalb kürzester Zeit eingelebt, berichtet er im Gespräch mit der WZ.

Dass er beim SV St. Tönis seine Karriere beginnen würde, war naheliegend, schließlich befindet sich die Sportanlage des Vereins nur einen Katzensprung vom Haus der Familie Cakmakci entfernt.

Es folgte der Wechsel zu einem der besten Nachwuchszentren Deutschlands, zu Bayer Leverkusen. Insgesamt vier Jahre lang spielte Malik Cakmakci für den Werksverein. „Ich habe in dieser Zeit unheimlich viel gelernt“, sagt der Jugendfußballer, der in Deutschland geboren ist und eine niederländische Mutter sowie einen türkischen Vater besitzt.

Maliks Jahrgang (1999) war so stark, dass er in vier Jahren mehr als 35 internationale Turniere gewann. An einige Triumphe erinnert er sich bis heute: „Bei einem Turnier in Portugal haben wir gegen Atletico Madrid im Finale gewonnen, in Italien gegen Sporting Lissabon und in Hamburg gegen Eintracht Frankfurt. In der Hansestadt habe ich sogar im Finale den Siegtreffer erzielt.“

Trotzdem bekam er im Sommer 2012 von den Verantwortlichen bei Bayer Leverkusen gesagt, dass er in der U14 wohl nicht mehr so viele Spielanteile bekommen würde wie bisher. Die Familie Cakmakci entschied sich für einen Wechsel zum MSV Duisburg. Im Nachhinein eine falsche Entscheidung. „Beim MSV bin ich nur wenig zum Einsatz gekommen und bekam viel Druck“, fasst Malik seine negative Erfahrung zusammen. Also musste sich der Tönisvorster nach nur einer Saison erneut einen neuen Verein suchen. Dank der Kontakte zur Krefelder Fußballschule Doppelpass, bei der Malik zwei Jahre lang Zusatztraining in Anspruch nahm, kam es zum Probetraining in Venlo. Die Verantwortlichen des niederländischen Profi-Klubs schlugen nach nur einer Übungseinheit zu.

Beim VVV muss Cakmakci viermal die Woche zum Training, nur mittwochs hat er frei. Der Vorteil in Venlo allerdings: Er kann vormittags zur Schule gehen, kann dann in Ruhe zu Hause essen und ist für den Fußball zwischen 15.30 und 18.30 Uhr unterwegs. „Wenn Malik nach dem Training nach Hause kommt, hat er sogar noch etwas vom Tag. Das war früher nicht der Fall“, sagt seine Mutter.

Auch ihr Sohn ist begeistert vom Training in der Grenzstadt: „Die Trainer gehen viel individueller auf die Spieler ein und führen mit uns regelmäßig Einzelgespräche.“ Die sind gerade für ihn selber gut, da er zumindest am Anfang Probleme mit der Sprache hatte. Einmal in der Woche bekommt er Sprachunterricht, übt zudem fleißig mit seiner Mutter.

Der Profi-Fußball ist sein Ziel, wie könnte es anders sein. Und die Nationalmannschaft, wobei er die Qual der Wahl zwischen Deutschland, der Türkei und den Niederlanden hätte. „Zunächst einmal müsste aber überhaupt irgendein Verband anrufen“, sagt Malik ganz pragmatisch.