HSG Krefeld: Toni Sario zeigt endlich seine Qualitäten

Handball : HSG: Toni Sario zeigt seine Qualitäten

Der Spanier glänzt mit zehn Toren gegen Aue – kann die Pleite aber nicht verhindern.

Verdutzt rieben sich die HSG-Fans auf der Tribüne der Krefelder Glockenspitzhalle die Augen. In der zwölften Spielminute schraubte sich der fast zwei Meter lange Juan Antonio Sario Viciano in die Luft, knallte nach einem langen Anlauf den Ball mit einer Spitzengeschwindigkeit von nahezu 100 Stundenkilometern unhaltbar in den rechten Torwinkel. Es hieß nur noch 5:7, der Anschlusstreffer für die HSG im Zweitligaspiel gegen den EHV Aue. Das Tor  von Toni Sario, der auch in die Mannschaft des Tages gewählt wurde, wirkte wie eine Erlösung. Es war das zweite im fünften Spiel für seinen neuen Klub. Der spanische Junioren-Nationalspieler (21), der sich in vier Spielen kaum in Szene hatte setzen können, zeigte endlich seine Fähigkeiten.

Einmal traf er zum Auftakt gegen Schwartau, in Nettelstedt-Lübbecke hatte ihn eine Woche zuvor noch ein grippaler Infekt ins Bett gezwungen. Nun scheint der Knoten geplatzt. In den folgenden 48 Minuten traf der Neu-Krefelder weitere neunmal und avancierte zum erfolgreichsten Torschützen auf dem Feld. „Nach meiner Achillessehnen-Verletzung lief es im letzten Jahr nicht gut für mich, ich brauchte Zeit. Zudem musste ich meine Mitspieler, die Mannschaft, die Liga, mein neues Zuhause in Krefeld kennenlernen und das geht nicht von heute auf morgen.“ Sario erklärte nach dem Spiel, dass er nun eben wisse, wie die Spielabläufe aussähen, wohin seine Mitspieler sich bewegten. Darauf habe er sich erst einstellen müssen: „In Spanien sind die Spiele viel mehr von Taktik geprägt, die Spieler sind viel kleiner. Das Spiel läuft nicht so rasant ab. In Deutschland ist die Physis enorm wichtig, läuft das Spiel ohne Unterbrechung immer hin und her. Es gibt viel mehr Körperkontakt. Das war alles neu für mich und das musste ich in gut einem Monat lernen.“

Sario wird nach jedem Angriff von Trainer Gunnarsson für die Defensive ausgetauscht, weil er trotz 1,98 Meter Körpergröße noch nicht über große Defensivqualitäten verfügt. Daran gilt es in nächster Zeit zu arbeiten. Der Vertrag bei der HSG läuft bis 2021.