HSG Krefeld: Das will der neue Trainer Arnar Gunnarsson

Handball : Eine gute Abwehr, Disziplin und Tempo: Darauf setzt der neue HSG-Trainer

Für den neuen HSG-Trainer Arnar Gunnarsson sind drei Merkmale besonders wichtig. Dem Isländer bleibt nicht viel Zeit, sein Team kennenzulernen.

In aller Herrgottsfrühe, um 4 Uhr, begann für Arnar Gunnarsson im fernen Island der erste Tag als Trainer des Handball-Zweitligisten HSG Krefeld. Einen vollgepackten Koffer hinter sich herziehend, die Laptoptasche geschultert, ging es zum Flughafen nach Reykjavik, von dort mit dem Flieger nach Düsseldorf.

Erste Gespräche mit den Verantwortlichen der HSG Krefeld nach der Landung folgten, dann ein kurzes Mannschaftsgespräch in der Glockenspitzhalle, ehe sein Co-Trainer Felix Linden zur ersten Aufwärmeinheit bat. Eng beieinander standen Gunnarsson und Linden dann beim ersten Hallen-Training der Krefelder an der Seitenlinie. Der Neue nahm 14 von 18 Spielern seines Kaders unter die Lupe: „Wir haben eine Menge Arbeit in den kommenden Wochen zu erledigen, müssen vieles verbessern. Ich freue mich, jetzt ganz schnell intensiv mit der Mannschaft arbeiten zu können.“

Bis vor einigen Wochen war die HSG Krefeld für Arnar Gunnarsson ein völlig unbekannter Klub, ehe ihn eines Abends der Anruf eines Spieler- und Trainer-Beraters erreichte: „Er fragte mich dann, ob ich als Trainer frei sei und mir vorstellen könne, für einen deutschen Zweitligisten zu arbeiten. Dem war so, und so habe ich sofort Informationen eingezogen, mich umgehört, wer die HSG Krefeld eigentlich ist. Ich habe mir fünf oder sechs Meisterschaftsspiele auf Video angesehen und mir ein Bild verschafft. Die Relegationsspiele um den Zweitliga-Aufstieg gegen Empor Rostock habe ich nicht gesehen.“

Kurz nach 21 Uhr ist der erste Arbeitstag beendet

Schon beim ersten Besuch in Krefeld vor einigen Tagen und nach den Gesprächen mit dem Geschäftsführer Thomas Wirtz und dem sportlichen Leiter Stefan Nippes hatte Gunnarsson ein sehr positives Gefühl, seine Art, Handball zu spielen, umsetzen zu können. Die Handball-Philosophie beschränkt der „Wikinger“ Gunnarsson auf drei wesentliche Merkmale: „An erster Stelle steht eine gute Defensive. Dann ist Disziplin unbedingt notwendig. Und ich fordere ein hohes Tempo meines Teams.“ Kurz nach 21 Uhr, nach etlichen Gesprächen, einem Fotoshooting und der Einkleidung, war der erste Arbeitstag erledigt.

Am Freitag Testspiel gegen Tusem Essen

Kaum zwölf Stunden später erwartete Gunnarsson sein neues Team dann schon zur nächsten Trainingseinheit. Auf das Testspiel gegen den Zweitligakonkurrenten Tusem Essen am Freitag um 19 Uhr freut sich der Pädagoge, der 15 Jahre lang als Lehrer in Island an einer Schule gearbeitet hat. „Ich war letztes Jahr in Deutschland zum Champions-League-Finale in Köln. Vor den Spielen habe ich Tusem Essen beim Training beobachtet, kenne das Team also.“ Für Gunnarsson soll das Spiel gegen den Nachbarn eigentlich nur wichtige Aufschlüsse geben: „Ich will sehen, wie sich die Spieler bewegen, wie sie in Zweier- oder Dreier-Kombinationen miteinander agieren oder wie sie die Kreisläufer in das Spiel einbinden.“ Dass der neue HSG-Trainer nicht weniger als sieben neue Spieler in den Kader integrieren muss, sieht er sogar als einen Vorteil an: „So ist es für mich vielleicht sogar einfacher, Spielzüge und taktische Varianten zu verändern. Denn die neuen Spieler fangen ja ebenfalls bei null an.“

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