HSG gegen Rostock: In Krefeld steigt das Handballfieber

Handball : In Krefeld steigt das Handballfieber

Für die HSG steht am Samstag das wichtigste Spiel der Vereinshistorie an. Gegen Rostock geht es um den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Vier Tage vor der ersten Kraftprobe zwischen Westmeister HSG Krefeld und dem Nordmeister der 3. Liga, HC Empor Rostock, um den Aufstieg in die 2. Bundesliga, steigt die Spannung für das größte Handballevent in der Seidenstadt seit mehr als 50 Jahren. Auf den Spuren von Ex-Feldhandballmeister TV Oppum, der in den 1960er-Jahren auf dem Feld die Krefelder elektrisierte, wird die Glockenspitzhalle mit 2500 Zuschauern am Samstag um 19 Uhr bis auf den letzten Platz gefüllt sein.

Die HSG brachte am Montag noch einmal 350 Karten zusätzlich in den laufenden Vorverkauf – Tickets für 100 Sitzplätze im unteren Hallenbereich und 250 Stehplätze hinter den Sitztribünen. HSG-Geschäftsführer Thomas Wirtz freut sich: „Uns steht ein großer Handballabend ins Haus. Wir haben alles versucht, um möglichst viele Fans daran teilhaben zu lassen.“ Gut 200 Karten sind dabei für die Rostocker Fans reserviert. Alle nicht abgerufenen Karten und Rückläufer gehen am Samstagabend ab 17.30 Uhr an der Glockenspitzhalle in den freien Verkauf.

HSG-Trainer Ronny Rogawska freut sich auf die Relegation

Laut Trainer Ronny Rogawska brennt sein Team auf das Duell: „Wir wollen unsere kollektive Stärke in die Waagschale werfen. Keiner wird eine Schnute ziehen, wenn er nicht von Anfang an spielt. Denn die Saison hat gezeigt, dass wir alle Spieler benötigen.“ Vor fünf Wochen hat Rogawska mit dem Videostudium der möglichen Gegner begonnen, kennt den Gegner aus der Hansestadt: „Beide Mannschaften zeichnet eine sehr gute Abwehr aus. Ich bin überzeugt, dass sich die Mannschaft durchsetzen wird, die zwei goldene Tage in der Verbindung zwischen Abwehr und Torwart auf das Feld bekommt. Die Krefelder kassierten mit 701 Gegentoren die wenigsten aller 64 Mannschaften der vier Drittligagruppen. Der ehemalige Europapokalsieger und zehnfache DDR-Meister liegt mit 707 Gegentoren nur knapp dahinter.

Beeindruckt zeigt sich Rogawska von der Arbeit des Rostocker Trainers Till Wiechers: „Er hat dem Team ein neues Gesicht gegeben, das nun einen ungeheuren Willen zeigt und dabei manchmal sehr unangenehm spielt.“ Mit dem erst 19-jährigen Dennis Mehler, der 2,05 Meter misst und 121 Kilogramm auf die Waage bringt, verfügt die Defensive über einen baumlangen Abwehrchef. Im Angriff übertrifft André Meuser seinen Kollegen sogar noch um zwei Zentimeter. Doch Rogawska, der ein sehr stressiges und temporeiches Spiel über 60 Minuten erwartet, setzt auf Routine: „Simon Ciupinski, Tim Gentges, David Hansen, vor allem Marcel Görden oder Torhüter Stefan Nippes haben Spiele vor großer Kulisse hinter sich.“ Rogawska hofft, trotz brodelnder Fans, dass seine Spieler die Ruhe bewahren, nicht zu schnell im Angriff den Abschluss suchen.

Rogawska: „Denn Fehler werden jetzt eiskalt bestraft“. Einen ausgemachten Torjäger hat Rostock nicht, mit 129 Toren liegt Jonas Steidtmann als bester Empor-Werfer  hinter HSG-Torjäger Kevin Christopher Brüren, der es auf 164 Drittliga-Tore brachte. Kurz nach der Qualifikation brach in Rostock das Handballfieber aus. Das Team trägt das Rückspiel statt in der angestammten OSPA-Arena mit einer Kapazität von knapp 700 Zuschauern nun in der Stadthalle aus, wo die Krefelder gegen eine Wand von 5000 Fans bestehen müssen. In nur drei Tagen waren 2600 Tickets verkauft.

Mehr von Westdeutsche Zeitung