Handball: Das Flaggschiff des TV Jahn ist wieder auf Kurs

Handball: Das Flaggschiff des TV Jahn ist wieder auf Kurs

Noch vor wenigen Jahren wären die Bockumer beinahe in der untersten Liga gelandet.

Krefeld. 13 Vereine spielen derzeit in Krefeld Handball und sind beim Kreisverband gemeldet. Für den TV Jahn Bockum sah die Zukunft vor knapp drei Jahren alles andere als rosig aus. Denn der ersten Herren-Mannschaft, immerhin das Aushängeschild der Jahn-Handballer, drohte sogar der Abstieg in die Kreisliga D und damit das Verschwinden in der untersten aller Handball-Ligen.

Doch die Bockumer schafften mit vereinten Kräften die Kehrtwende. Neben dem Aufbau einer kontinuierlichen Jugendarbeit feierten die Jahn-Handballer nun gleich zwei Mal hintereinander den Aufstieg. Von der C-Klasse ging es unter Trainer Wolfgang Steffens in die B-Liga. Unter dem neuen Trainer Peter Oehlers glückte sogar nun der Sprung in die Kreisliga A.

Und das trotz einer 24:28-Niederlage im letzten Saisonspiel gegen den direkten Verfolger SSV Gartenstadt II. Bei gleicher Punktzahl von 40:8 hatte das Team von Oehlers am Ende aufgrund des direkten Vergleichs die Nase knapp vorn, denn im Hinspiel siegten die Bockumer überraschend deutlich mit 34:25. Überhaupt machten die TV-Verantwortlichen mit Oehlers einen wahren Glücksgriff. Der 48-Jährige war jahrelang in Gartenstadt und beim Traditionsverein Krefelder Turnklub als Trainer aktiv, schaffte dort jeweils den Aufstieg in die Landesliga.

Sein Wechsel nach Bockum hatte private Gründe. Tochter Teresa (13) spielt in der C-Jugend ebenso wie Sohn Jan (16) in der B-Jugend, und als Trainer fungiert meist der Vater. Neben Wolfgang Steffens wird Oehlers nun vor allem von Bernd Bleichroth unterstützt, der zu Gartenstädter Zeiten schon als Betreuer unter dem Jahn-Trainer fungierte.

Nicht fehlen durfte da Bleichroths Sohn Daniel, der reaktiviert wurde und die erste Jahn-Mannschaft nun ebenso verstärkt wie Bruder Georg Oehlers, der es mit 41 Lenzen noch einmal wissen wollte: „Wir haben den Aufstieg allerdings ohne unseren besten Spieler Mario Iskenius geschafft. Darum ist die Leistung umso höher zu bewerten“, freut sich Oehlers über das Husarenstück.

Denn Iskenius, einst beim KTK Torschützenkönig in der Landesliga, zog sich gleich zum Saisonbeginn eine schwere Handverletzung zu. Nach zehnjähriger Durststrecke im Verein konnte Oehlers zudem in Paul Schönbeck und Fabian Lumma erstmals wieder zwei A-Jugendspieler in der ersten Mannschaft einsetzen. Weitere werden folgen. Spielort der Jahn-Handballer ist übrigens die Eichendorff-Sporthalle am Zoo. Dort feierten zudem die Handball-Damen den Aufstieg in die Bezirksliga.

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