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Handball: Grefer springt in die Bresche

Handball : Grefer springt in die Bresche

Die HSG Krefeld Niederrhein hat mit dem elften Saisonsieg die Tabellenführung in der Gruppe D der 3. Handballliga erfolgreich verteidigt. Mit 28:26 setzte sich das Team von Trainer Maik Pallach trotz erheblicher Personalprobleme bei der Zweitliga-Reserve von TuSEM Essen durch.

Für eine Überraschung auf dem Spielberichtsbogen sorgten die Krefelder. Dort tauchte der 33-jährige Kreisläufer Alexander Grefer auf, der in Handballer-Kreisen eher unter seinem Geburtsnamen Alexander Tesch bekannt war.

Der gebürtige Essener und ehemalige Zweitligaspieler spielte bis 2011 beim TuS Nettelstedt-Lübbecke, lief danach für den damaligen Drittligisten VfL Gladbeck auf, war zuletzt als Spieler-Trainer und Spieler beim OSC Rheinhausen tätig. HSG-Sportchef Stefan Nippes ließ alte Kontakte spielen, verpflichtete den vereinslosen Kreisläufer, der ohne bürokratische Hürden beim DHB angemeldet werden konnte, nachdem OSC-Sportchef und Ex-HSG-Trainer Olaf Mast den Spieler-Pass schnell freigegeben hatte.

Der Reaktivierte ist
bester Torschütze

Grefer, der aus beruflichen wie privaten Gründen wohl nur ein Spiel zur Verfügung stehen wird, gelang in seiner Heimatstadt ein Einstand nach Maß. Der wuchtige Neu-Krefelder warf fünf Tore und avancierte so zum besten Torschützen der Krefelder.

Die Reaktivierung von Alexander Grefer war notwendig geworden, weil Pallach ohne seine beiden etatmäßigen Kreisläufer Lars Jagieniak, der an Corona erkrankt ist, und den verletzten Österreicher Toni Juric auskommen musste. Weiter fehlte noch Linkshänder Maik Schneider, der ebenfalls wegen einer bestätigten Coronaansteckung sich in Quarantäne befindet.

Überragender Spieler im HSG-Dress war einmal mehr Torhüter Sven Bartmann, der mit 19 Paraden die jungen TuSEM-Angreifer schier verzweifeln ließ, sich zudem noch in der 21. Minute in die Torschützenliste eintrug, als er das wegen einer Zweiminutenstrafe leere Essener Tor von der eigenen Torlinie aus traf. Pallach war zufrieden: „Nach dieser turbulenten Woche mit immer neuen Hiobsbotschaften hat meine Mannschaft eine starke Leistung in einem sehr zerfahrenen Spiel gezeigt. Ich bin dem Verein dankbar, dass so schnell eine Lösung für die Kreisläuferposition gefunden wurde. Alexander Grefer hat seine ganze Erfahrung aufs Feld gebracht und neben Sven Bartmann ein überragendes Spiel gezeigt.“