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Galopp-Sport: Sieg kurz vor der Dunkelheit

Galopp : Herzog von Ratibor-Rennen im Fokus

Nun steigt auch der Krefelder Renn-Club ein. Am ersten und einzigen Renntag des Jahres am 15. November (ab 13.15 Uhr) im Stadtwald hat sich die Hoffnung des Krefelder Vorstandes allerdings nicht erfüllt.

Seit dem Wiederbeginn der Galopp-Rennen am 7. Mai in Hannover nach der Corona-Zwangspause haben fast alle deutschen Galopprennbahnen wieder Rennen veranstaltet. An der Spitze der Hannoversche Rennverein mit neun Events und sogar die kleine Bahn im saarländischen Honzrath war mit großem Engagement an den Geister-Rennen ohne Besucher beteiligt.

Nun steigt auch der Krefelder Renn-Club ein. Am ersten und einzigen Renntag des Jahres am 15. November (ab 13.15 Uhr) im Stadtwald hat sich die Hoffnung des Krefelder Vorstandes allerdings nicht erfüllt: Es wird keine Zuschauer geben, bis auf die für die Durchführung notwenigen Menschen und Pferde. „Die aktuelle Situation lässt leider keine andere Entscheidung zu, als diesen sportlich so wertvollen Renntag ohne Zuschauer abzuwickeln“, bedauert Präsident Jan Schreurs diesen Zustand. Der Club-Chef erläuterte: „Das Ganze funktioniert nur mit dem Schulterschluss unserer wichtigsten Sponsoren, den Stadtwerke Krefeld, Sparkasse Krefeld, Wohnstätte Krefeld AG, der Brauerei Königshof und der Agentur Görtz.“ 

Vor allem in der Anfangsphase der Geister-Rennen erreichten die über die zahlreichen Online-Kanäle erzielten Wettumsätze Dimensionen, die in Krefeld auch mit gutem Besuch selten bis nie verbucht wurden. Mittlerweile hat sich die Umsatzlage allerdings wieder normalisiert. Top-Ereignis im Rahmen der sieben Rennen ist das mit 55 000 Euro dotierte SWK Herzog von Ratibor-Rennen. Der Vorjahres-Sieger Wonderful Moon versagte zwar als Derbyfavorit, er hat vor einer Woche aber auf passender 2000m-Distanz in Hannover wieder gewonnen.

Technisch steht der Durchführung nichts im Wege. Die Rennbahn-Prüfungs-Kommission hat bei ihrem Besuch in der letzten Woche „grünes Licht“ gegeben. Rennleitungs-Chef Frank Becker: „Es ist gute Arbeit geleistet worden. Nur die Gänge der Maulwürde müssen noch verfüllt werden. Aber damit hat fast jede Bahn Probleme.“ Ab 2021 soll die Pflege der Anlage an ein privates Unternehmens vergeben werden. Der Vertrag ist allerdings noch nicht unterschrieben. Der Besitzer des Betriebes aus Issum stammt aus der Turf-Szene, er ist selbst Züchter, Besitzer, Trainer, Reiter und transportiert Rennpferde. Die Rennen sind über zahlreiche Online-Kanäle zu verfolgen.

Es wurde schon dunkel, als gestern beim Saisonfinale in Berlin-Hoppegarten der vierjährige Wallach Surrey Warrior beim 25. Start sein drittes Rennen gewann. Besitzerin ist Alida Blume, die Tochter des Krefeler Trainers Hans-Albet Blume (80). Im Sattel saß Martin Seidl, der Niederbayer stöhnte: „Es war sehr anstrengend, das Pferd ist unterwegs sehr phlegmatisch. Man könnte auch sagen. Er ist faul und macht nur das Nötigste.“ 4 444 Euro waren die Belohnung. Alida Blume wurde vor Ort durch ihren Verlobten Robert Hickmann vertreten. er schwärmte: „Surrey Warror ist ein ganz liebes Pferd. Den führe ich sogar, er gehört zur Familie.“

Die beiden Krefelder Pferde Demonstration aus dem Hofer-Stall und Club von Erika Mäder hatten bei ihren Starts am Samstag auf der französischen Derbybbahn in Chantilly bei Paris keine Chance. Sie landeten chancenlos im geschlagenen Feld, gegen allerdings auch hochkarätige Konkurrenz.