Galopp: Nona siegt beim Stadtwald-Renntag

Galopprennen : Hofer-Sieg gleich im ersten Stadtwald-Rennen

Bei herbstlichem Wetter kommen nur rund 1800 Zuschauer auf die Rennbahn. Auch der Wettumsatz bleibt bescheiden. Stute Nona wird ihrer Favoritenrolle gerecht.

Ausgeprägt herbstliche Witterung mit Regenfällen und (nach Angaben des Renn-Clubs) nur 1800 Besuchern behinderten den populären Sparkassen-Renntag gestern auf der Galopprennbahn im Krefelder Stadtwald. So blieb auch der Wettumsatz von 57 091 Euro in sehr bescheiden Größenordnungen, zudem  entfielen nur 18 683 Euro auf die für den Veranstalter besonders lukrativen Einsätze der Besucher auf der Bahn, die restlichen 70 Prozent (40 bis 408 Euro) wurden von den auswärtigen Partnern beigesteuert. Gleich im ersten Rennen um den Vorteilswelt-Cup gab  es den einzigen Krefelder Sieg. Die zweijährige Stute Nona aus dem Stall von Mario Hofer wurde ihrer 13:10-Favoritenrolle eindrucksvoll gerecht und gewann überlegen mit sechs Längen Vorsprung und Andre Best im Sattel.

Trainer Mario Hofer verfolgte das Rennen aus Köln, wo zeitgleich acht  Rennen stattfanden. Hofer: „Das ist schon eine gute Stute. Wir versuchen es mit ihr jetzt im Preis der Winterkönigin in zwei Wochen in Iffezheim.“ Dort wird Nona auf hochkarätige Gegnerinnen treffen. Die Stute gehört dem Stall Antanando des Prinzen Frantz von Auersperg aus München. Das ist auch der Besitzer des Hengstes Pastorius, mit dem Mario Hofer 2012 das Deutsche Derby in Hamburg gewann. Der jetzt in Frankreich als Deckhengst tätige Derbysieger ist der Vater von Nona. Für Jockey Andre Best war es der 1144. Sieg seiner Laufbahn, die 1989 begann, der erste Sieg gelang dem mittlerweile 49-jährigen Reiter mit Wohnsitz in Krefeld im Jahre 1990 in Frankfurt am Main. Diese Bahn musste vom Rennverein trotz aller Proteste für die DFB-Akademie aufgegeben werden.

Andre Best ist zweimal
in Serie erfolgreich

Best musste nicht lange auf den 1145. Sieg warten. Er gelang ihm im nächsten Rennen im Sattel von Rateel aus dem Stall des Trainers Frank Fuhrmann, dessen Pferde aus dem kleinen Ort Möser bei Magdeburg anreisten. Die Fuhrmann-Pferde sind in den letzten Monaten in sehr kurzen Abständen oft und vor allem erfolgreich gelaufen. Im dritten Rennen war der dreijährige Hengst American Prince mit dem Belgier Stephen Hellyn nicht zu schlagen. Für den Neusser Trainer Axel Kleinkorres war es der erste Sieger des Tages.

Den zweiten Volltreffer erlebte der frühere Dreispringer und Trabrennfahrer allerdings in Köln, denn dort gewann er das letzte Rennen mit der Stute Eyes on Fire. Kleinkorres: „So etwas habe ich auch noch nie erlebt. Zwei Rennen auf zwei Bahnen und bei beiden war ich dabei.“ Durch den ständigen Regen wurden die Krefelder Rennen für die Jockeys zu einer Spurensuche. Bevorzugt wurde der Bereich an der Außenseite. Dort gewann Stephen Hellyn im Sattel von Nigthdance Man auch sein zweites Rennen. Der ehemalige Spitzenjockey Andreas Suborics betreut dieses Pferd für das renommierte Gestüt Wittekindshof im Sauerland.

Auch im fünften Rennen wurde der Sieg an der Außenseite entschieden. Der von der Neuen Bult in Langenhagen angereiste Favorit Adaris mit Wladimir Panow fand die Siegerspur, während Alexander Pietsch mit der Stute Panoramica aus dem Stall Samt und Seide an der Innenseite auf der  der Verliererspur endete – Platz fünf und damit kein Cent für die Stallkasse. Zum Finale gelang dem schon siebenjährigen Wallach Northern Rock mit Enki Ganbat beim 37. Start der elfte Sieg. Der bislang letzte war ihm am 23. September 2018 gelungen. Große Freude beim Düsseldorfer Besitzer Egbert Schäfer. Von Kindesbeinen an ist der über 80-Jährige mit Rennpferden verbunden, schon Vater Gustav war Trainer auf dem Düsseldorfer Grafenberg.

Der nächste Renntag in Krefeld findet am Freitag, 25. Oktober, statt. Die Rennen werden live nach Frankreich übertragen, von den Provisionen der Wetteinsätze werden die Krefelder Rennen weitgehend finanziert. Rennbeginn wird deshalb schon gegen Mittag sein. Finale in Krefeld ist am Sonntag, 10. November, mit dem Herzog von Ratibor-Rennen.   

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