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Fischeln lässt sich überrumpeln

Fischeln lässt sich überrumpeln

Fußball-Oberligist zeigt beim 3:4 gegen den VfB Speldorf Schwächen in der Defensive.

Es sollte gewiss kein schlechtes Omen sein. Ganz in schwarz liefen die Oberliga-Fußballer des VfR Fischeln zum Nachholspiel gegen den VfB Speldorf auf. Die Farbe der Trauer. Dies hatte allerdings einen ganz praktischen Grund. Die Gäste aus Mülheim trugen ihrerseits die Fischelner Farben grün und weiß. So wichen die Hausherren kurzerhand in die Trikots der Alt-Herren aus. Trauer tragen, Abschied nehmen von der Oberliga. So weit ist es an der Kölner Straße noch nicht gekommen. Die 3:4-Niederlage hat die Situation für den Tabellenvorletzten allerdings verschärft.

Gegen 17 Uhr am Samstagnachmittag musste Trainer Josef Cherfi die bereits 13. Saisonniederlage erklären: „Die Gegentore brechen uns das Genick. Wir haben gut umgeschaltet mit hohem Tempo. Am Aufwand gibt es nichts zu bemängeln.“ Wohl aber erneut am Defensivverhalten. Cherfi beorderte in Christos Pappas und Philip Reichardt zwei etatmäßige Mittelfeldspieler in die Innenverteidigung. Gelernte Abwehrspieler für die Zentrale hat er momentan nicht. Burak Akarca und Ludwig Asenso verließen den Verein. Philipp Wiegers ist verletzt. Im defensiven Mittelfeld spielten A-Junior Christian Sadlowski und der offensivere Dustin Orlean. Quin Kruijsen ist ebenfalls noch außer Gefecht.

Erfreulich war jedoch, dass Simon Kuschel nach mehrmonatiger Verletzungspause sein Comeback als rechter Verteidiger feierte. Doch auch gegen Speldorf war der Abwehrverbund der Aufgabe nicht gewachsen. Der Fischelner Fans hielten bei jedem Speldorfer Angriff den Atem an. Zu schnell, wie sich die Hintermannschaft das eine oder andere Mal überspielen ließ.

Fischeln drehte den 0:1-Rückstand durch Semih Ergin und Dominik Oehlers zu einer 2:1-Führung, zeigte eine gute Moral und Siegeswillen, rettete den Vorsprung aber nicht in die Pause. Die Führung zum 3:2 durch Sadlowski hellte die Stimmung merklich auf. Doch die defensive Instabilität hatte ihren Preis. Symptomatisch: Statt einen gegnerischen Freistoß am eigenen Strafraum zu verzögern, schauten die Fischelner nur zu — 3:4 durch Janis Timm, der Knockout in der 82. Minute. Geschäftsführer Thomas Brons schickte nach dem Abpfiff per Lautsprecher-Durchsage den Spielern und Zuschauern ein paar aufmunternde Worte hinterher: „Es ist noch nicht vorbei. Noch sind 45 Punkte zu vergeben.“ Soll heißen: Durchhalten, Köpfe hoch. Für Abschied ist es noch zu früh.