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Fabian Bednarzik geht in Krefeld nicht mehr auf Torejagd

Handball : Fabian Bednarzik geht nicht mehr auf Torejagd

Mit 37 Jahren beendet der Neu-Münchener seine Handballkarriere – der TV Oppum muss noch sechs weitere Spieler ersetzen.

Seine Würfe aus dem linken Rückraum, um den gegnerischen Abwehrblock herum, waren bei den Handball-Torhütern am gesamten Niederrhein gefürchtet. Mit mehr als 200 Treffern in einer Saison glänzte Torjäger Fabian Bednarzik vom TV Oppum ein ums andere Mal. Die wegen Corona abgebrochene, letzte Oberliga-Saison weist den mittlerweile 37-Jährigen sogar noch einmal als Torschützenkönig mit 46 Treffern aus sechs Spielen aus. Doch der ehemalige Korschenbroicher Zweitligaspieler hat nicht wegen der Pandemie seine Handball-Laufbahn im Januar beendet. Sehr zum Leid der Oppumer kehrte der Ur-Krefelder vielmehr seiner Heimatstadt aus beruflichen Gründen den Rücken. Den studierten Betriebswirt zog es nach München, zu den Stadtwerken als Fachteam-Koordinator. Ein Job, der nahtlos an seine bisherige Tätigkeit bei der SWK in Krefeld anknüpft. Doch der Sprung in die bayrische Landeshauptstadt war vom FC Bayern-Fan gut überlegt: „Ich habe mir einen Traum erfüllt. Ich mag München, die Stadt fasziniert mich schon lange. Ich wollte einfach was anderes sehen. Doch es ist mir schwer gefallen, den Absprung zu finden von der Familie, vielen guten Freunden und meiner Mannschaft.“

Da es in München keine vergleichbaren Klubs in der Spielstärke des TV Oppum oder Adler Königshof gibt, ging der Wohnortwechsel einher mit dem Karriereende: „Dabei lief es trotz meines Alters sportlich noch gut. Ich bin weitgehend gesund geblieben. Aber in München, in irgendeiner Kreisliga-Mannschaft, wollte ich meine Laufbahn dann doch nicht beenden. Den guten Zusammenhalt in meinem Oppumer Team vermisse ich.“

Die Pandemie hat Bednarzik den Sprung am Ende leichter gemacht. Seit Monaten ruht der Amateur-Handball landesweit. So bleibt dem Ex-Krefelder zumindest der Rückblick: „Meine Zeit in Korschenbroich, die Jahre in der zweiten und dritten Liga waren das Highlight. Als wir vor 600 Zuschauern in der ausverkauften Waldsporthalle spielten und der Verein so richtig brummte. Ich habe weiterhin Kontakt zu ehemaligen Spielern. Beste Erinnerungen verbinde ich zudem an meine Zeit bei Adler Königshof, wo ich im Verbund mit Spielmacher Alexander Spoo glänzen konnte.“

Die letzten drei Jahre waren für Bednarzik besonders spannend

Zum Schluss, nach einer kurzen Stippvisite in Ratingen, zog es Bednarzik wieder nach Oppum, wo er in der Jugend mit dem Handball begann und in jungen Jahren schon in der damaligen Regionalliga spielte: „Die letzten drei Jahre waren wieder spannend, weil Oppum ohne große finanzielle Mittel immer eine etablierte Oberliga-Mannschaft aufgestellt hat. Den Verantwortlichen um den sportlichen Leiter Frederick Küsters zolle ich Respekt.“ Mit Jogging-Runden und der einen oder anderen Tennispartie will sich der Ex-Oppumer fit halten. Ein Abstecher zu Spielen des TV Oppum ist bei Heimatbesuchen nicht ausgeschlossen.

Doch außer Fabian Bednarzik muss der Klub gleich sechs weitere Spieler ersetzen. So beendet Jan-Philipp Walch seine Laufbahn, Außenstürmer Can Kilic zieht es zum Studium in die Schweiz. Youngster Cedric Linden, der Bruder des Ex-HSG-Trainers Felix Linden, lockte gar ein Angebot des Regionalligisten TV Aldekerk. Ebenfalls nicht mehr dabei sind Kreisläufer Jochen Schellekens, der erneut für den TV Lobberich auflaufen will und Torhüter Matthias Hoffmann sieht sportlich bessere Perspektiven beim Regionalligisten Borussia Mönchengladbach. Frederick Küsters, als Spielmacher und sportlicher Leiter in Personalunion aktiv, hat Vorsorge getroffen, angelte sich mit Torhüter Martynas Savonis den Sohn des ehemaligen litauischen Nationaltorhüters Almantas Savonis. Wie Kreisläufer Pascal Wolfshagen spielte Savonis zuletzt beim Regionalligisten Neusser HV.

Nach einer Langzeitverletzung kehrt Carlo Zimmer in den Kader des TV Oppum zurück. Maximilian Dierkes rückt aus der zweiten Mannschaft auf. Mit Frederick Weidemüller und Stephan Eickmanns stehen zwei ehemalige Spieler der aufgelösten Hülser Verbandsliga-Handballer im Team. Dominic Fischer vom Verbandsligisten Treudeutsch Lank komplettiert als siebter neuer Spieler den Kader von Trainer Ljubomir Cutura.